188 l Kap., 2. Abschn. Die gesamtstaatliche Militär- u. Steuerverwaltung.
schüft des Kriegskommissars, also besonders die Verwaltung derKriegs- oder Kontributionskasse, mit dem der noch fehlenden Kreis-kommissare des Fürstentums, eine Verbindung, die in den west-lichen Territorien des Reiches üblich war und dort wie etwa in Köln,das Landkommissariat zu einem bedeutenden Amte machte 1 . AlsEckardt während des Schwedisch-Polnischen Krieges zum General-kommissariat berufen wurde und auch den Halberstädter RegistraturLazarus Kittelmann, der im Holsteinischen Feldzuge dem Kom-missariat so nützliche Dienste bei den Hansastädten leistete 2 , mitsich zog, wurde der bisherige Lehnssekretär Johann Friedrichvon Peine auf die Empfehlung der Regierung hin zum „Kriegs-kommissar im Fürstentum und den dependierenden Grafschaften"ernannt und seine Stellung bei der Regierung zu einer Art Kriegs-sekretariat erweitert 3 . Ursprünglich war in seiner Bestallung so-gar ein freies Votum für ihn im Regierungskollegium für mili-tärische Sachen vorgesehen worden, doch mochte Platen dieserSchritt noch zu weit erscheinen und er änderte dieses Vorrecht indas mehr gebräuchliche um, daß die Regierung die Eingaben desKriegskommissars zu beachten und die Heilung der darin bezeich-neten Schäden zu veranlassen habe. Da auch Peine zugleich dieTätigkeit eines Landkommissars versah, so war seine Stellungimmerhin von Bedeutung in dem kleinen Lande und der Kurfürstsuchte den zuverlässigen und guten Beamten auch nach der Ab-dankung der Truppen auf seinem Posten zu erhalten. Er mußteihm zwar nach einem Versprechen, das er den Ständen gegebenhatte, sein Kommissariatsgehalt aufkündigen, aber mit den bittersten
1 Auch Eckardt hatte, obwohl seine Stellung nicht von solcher Bedeutungwar, doch ein höheres Gehalt (400 Tl. jährl.) als die ständischen Landräte (800TL),Besoldungsliste von 1653/54. Geh. St. R. 88, 16.
2 Kittelmann starb 1674 als Kurf. Rat. Hermann Conring bat beim Kur-fürsten (Helmstedt, 15. Mai 1674) um die erledigte Ratsstelle für seinen Sohn,erhielt aber zur Antwort, daß Kittelmann nur das Prädikat, aber keine wirklicheStelle als Rat gehabt habe. Kurf. an Conring, Potsdam, 26. Aug. 1674. Geh. St.li, 88, 9.
: ' Kxspektanz als Sekretär, II. 20. Sept. 1649; Best., 7. Okt. 1650; Best,zum Kriegskommissar, Colin, 17./27. Juni 1658 (Konz. gez. C. E. v. Platen). Daßer das Amt schon vorher ausübte, zeigt ein Befehl des Kurfürsten an die Halber-städtische Regierung von Colin, 11./21. Mai 1658 (Konz. gez. Schwerin), demLehnssekretär Beine, der sich bei den Kriegskommissionen gut und fleißig er-wiesen, ein monatliches Gehalt dafür zu verordnen. Geh. St. EL 88, 15; 18, 1und 39.