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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
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<)6 !• Kap., 1. Alischn. Die Kntstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.

gleich, mühte er sich weniger, die neue Behörde gegen die altenOrgane des Staates auszuspielen und diese zu bekämpfen, als mitihr das Praktisch-Mögliche zu erreichen und an allen Punkten,welche für den neuen Staatsbau wichtig waren, die Arbeit an-zusetzen. Wenn daher mit seinem Tode der Name des General-kornmissariats zunächst wieder verschwand, so blieben doch diefesten Bindungen der Zentralbehörde, soweit er sie geschaffenhatte, unverrückt bestehen.

2. Franz Meinders und liodo von Gladebeck.

Welche Gründe den Kurfürsten im Jahre 1669 bewogen, dasGeneralkominissariat vorläufig nicht mehr zu besetzen, ist nichtganz ersichtlich. Mochte er den neu aufflammenden Widerständengegen das verhaßte Amt im Geheimen Rate nachgeben oderglauben, es in einem künftigen Feldzuge fester als bisher gegendie Armeeleitung abgrenzen zu können, wie sich am ehesten aus-seinen Worten schließen läßt, „daß er bei Entstehung einesKrieges die Funktion solcher Charge ganz anders einrichtenlassen wolle", genug er setzte „unterdessen" den hochgelahrteuHof- und Kriegsrat Er Franz Meinders, der Rechte Lizeutiatus,zur Respizierung der Ordinär-Militär-Affairen und des Kon-tributionswerkes, also des gesamten Kommissariatswesens, ein 1 .

Damit war nach der noch herrschenden Anschauung der ersteFremde an die Spitze der Heeres- und Steuerverwaltung gestelltworden, dem von nun an in unserem Zeitraum lauter Fremde,d.h. Nicht-Brandenburger in dieser Stellung folgten, ein Zeichen,daß die fürstliche Zentralisierung an diesem Punkte über daspartikulare Indigenatsrecht weggeschritten war. Meinders, derSohn eines Bielefelder Rezeptors aus einer alten RavensbergischenBeamtenfamilie, hatte in Straßburg die Rechte studiert, war 1653der Sekretär des Grafen Georg Friedrich von Waldeck gewordenund mit ihm in den Schwedisch-Polnischen Krieg gezogen. Dortwurde er dem Kurfürsten durch zahlreiche Sendungen, die Waldeckihm auftrug, bekannt und bald zum Leiter der Geheimen Kriegs-kanzlei ernannt 2 . Seine außerordentliche Gewandtheit in allen

1 Instruktion für Franz Meinders, Königsberg, 24. Juni/4. Juli 1669, gedr.bei Strecker, Franz v. Meinders, 127—180. Auszug s. AUten No. 14.

2 S. Urk. u. Akt, VH, 485, 488, 681, 611. — Krdmannsdürffer, Waldeck,381. — Strecker, Meinders, 11 ff.