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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
Seite
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Claus Krnst von l'laten. 95

Dieser Entwurf, der durch die bald eintretenden friedlichenVerhandlungen nicht zur Ausführung kam, stellt dennoch ein un-gefähres Bild von dem noch bescheidenen Umfang und Bereichdes Generalkommissariats am Ende der Laufbahn Tlatens dar.Seine Kraft erlahmte frühzeitig, seit dem September 1667 ver-schwindet sein Name aus den Akten des Geheimen Rates, seineGeschäfte in Militär- und Steuersachen wurden vorläufig vonSomnitz und Meinders übernommen \ am 14. Juli 1669 starb ernach langem Siechtum 2 . Mit ihm verlor der Kurfürst einen seinerbesten Beamten, „die Gewogenheit, die er dem Lebenden stetsgezeigt hatte", bewies er auch seinen Nachkommen noch jahre-lang durch Pensionen, um die seine Witwe nach der Sitte derZeit, nicht aus Mangel gebeten hatte 8 . Denn das Gehalt einesGeneralkommissars war ziemlich bedeutend, es überstieg mit dem,welches er als Geheimer Bat genoß, und den Rezepturgeldern, welcheeinen prozentualen Teil der Heeresausgaben darstellten, das einesheutigen Kriegsministers, und Platen hatte, wie fast alle höherenMilitärbeamten der Zeit, eine Reihe von Gütern erwerben können.Freilich hatte er mit seinem Fürsten auch die schwerste Last ge-tragen und bei der Begründung des Generalkommissariats imSchwedisch-Polnischen Kriege seine Gesundheit durch den un-ermüdlichen Eifer in seinen überzahlreichen Geschäften aufgeopfert 4 .Er hatte nicht den P^hrgciz gehabt, nach außen persönlich zuglänzen, wie etwa Waldeck", sondern war in der strengen undstillen Erfüllung seiner Pflichten ein erstes Beispiel des tüchtigenpreußischen Beamtentums. Darin dem Wesen seines Fürsten

1 Nach l'unkt 4 der Instruktion für Statthalter und Geh. Räte vom Juli 1668.Geh. St. lt. 21, 135. — Die letzte Unterschrift Platens ist vom 21. Sept. 1667.Khemla 1:16 A.

2 Schreiben Anna Khrentrauts von l'laten, geb. Klitzing, an den Kurf.14. Juni 1669. R. 22, 227 b.

" Sie bat mit der Todesanzeige um sämtliche Einkünfte l'Iatens noch aufein Jahr. Der Kurfürst (Reskript Königsberg, 22. Juni/2. Juli 1669, lt. 22. 227 b).bewilligte ihr 800 Taler für zwei Jahre. Auch seit 1688 wurden ihr jährlichwieder 400 Taler „wegen ihrer beiden Sohne" und 1684 dem jüngsten von l'laten200 Taler jährlich verordnet.

* (K ö n i g), Versuch einer historischen Schilderung der Residenz Berlin IT, 79.

B Das Memorial Waldecks vom 28. Aug. 1657 zeigt deutlich, daß er sichden Oberkommando nicht unterordnen wollt«; das mußte natürlich die politischeDivergenz mit dem Kurfürsten noch verschärfen. Geh. St. R. IX (I'oln.) S dd.