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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
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Claus Krnst von Platen. 89

und mülievollen der Aufbringung und Verwaltung der Geldmittelin den kurfürstlichen und fremden Ländern. Wenn er dafür auchin Cleve an Paul Ludwig, in Preußen an Johann Ernst von Wallen-rodt und in den mittleren Landen vor allem an dem außerordent-lich tüchtigen Leiter der märkischen Kriegskasse, Johann AdamPreunel, kräftige Helfer hatte, so trug er doch die Last der zen-tralen Leitung fast allein und vertrat dazu in der Kurmark nochpersönlich die Forderungen des Kurfürsten vor den Ständen oderorganisierte das schwierige Werk der Erhebung unbewilligterSteuern, welche während des Krieges in allen kurfürstlichenLändern und natürlich in den besetzten Provinzen des Auslandeserhoben wurden. Zu dieser Tätigkeit des Finanzministers kamendlich noch die Teilnahme an der Armeeleitung in der Chargeeines Geheimen Kriegsrats 1 , die ihm, abgesehen von der Mit-beratung an den wirklichen kriegerischen Operationen, eine nochnicht abgegrenzte, aber doch wesentliche Direktion im Marsch-und Quartierwesen aufbürdete und das ganze Marsch- und Kreis-kommissariat, sowie das General-Quartiermeisteramt an ihn ver-wies. Dabei waren diese Aufgaben mitten im Kriege zu lösenund unter aufreihenden politischen Verhandlungen, an denen Platenin diesen Jahren mehr als die andern Geheimen Räte beteiligtwar. So brachte ihm schon das Jahr 1056 neben den entscheiden-den Beratungen über den Abschluß mit Schweden 2 die Sendungennach Frauenburg und Marienburg in Gemeinschaft mit Waldeckund Dobrzeusky zum schwedischen Reichskanzler, deren Ergebnissein dem bekannten Vertrage von Labiau zum ersten Male dieSouveränität des Kurfürsten in Preußen sicherten 8 . Im September1655 war Platen mit dem Kurfürsten über Köslin und Danzig 4

1 Auch die Bestallung Platens zum Geheimen Kriegsrat ist nicht erhalten,doch wird er seit 1655 so genannt. Vgl. auch Kluge, Geh. Staats- und Kriegs-räte, Man. im Geh. St. lt. 94, II, C. 3.

* Denkschrift l'latens vom 12. April 1656. Prot, u. ltel. V, 101 ff. —S. auch seine Stellungnahme zum späteren Bruch mit Schweden im Protokoll vom30. .luni und seine Denkschrift vom Aug. 1657, die er auf ein vertrauliches Hand-schreiben des Kurfürsten verfall. Kbenda 343 ff. 0. 370 ff.

8 lnstr. vom 1. Mai, Urk. u. Akt. VII, 559ff. — ErdmannsdörfferWaldeck, 374—383. — Mörner, Staatsverträge, 202 u. 205, 206.

4 Vgl. die Randnotizen am Konzept des Memorials für Sparr vom 20. Aug.;dann Kluft an Waldeck, Köslin, 4. und 7. Sept. 1655 (Konzepte gez. l'latcnlGeh. St. B. 24, GG. 1, fasc. 1.