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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
Seite
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88 I. Kap., 1. Abschn. Die Entstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.

je einem Oberkommissar, Daniel Inkefort in der Kurmark, Christophvon der Goltz in der Neumark und Wedigo von Bonin in Fommern,bestanden und vor allem das Steuerwesen dieser Provinzen leitensollten. Sie verschwanden freilich noch vor dem Ausgang desKrieges wieder, und die wesentliche Last blieb auf den SchulternPlatens und seiner Unterbeamten liegen.

Die Geschäfte des Generalkommissariats umfaßten nach heutigenBegriffen die gesamten Abteilungen des Kriegsministeriums, desFinanzministeriums und zum Teil des Großen Generalstabs. Eine be-stimmte Abgrenzung und Abstufung solcher Abteilungen warnatürlich noch nirgends vorhanden, die neue Behörde hatte sichihre Stellung neben den vorhandenen Organen des Heeres undder Staatsverwaltung erst zu schaffen, und es lag an der Arbeits-und Tatkraft des Generalkommissars, wie weit und wie unabhängigsich ihr Machtbereich gestaltete. Die gegebenen Grenzen nachoben waren durch den Geheimen Rat, dem der Generalkommissarselbst als Mitglied angehörte, und durch das Generalkommandoder Armee, dem das Generalkommissariat ausdrücklich unterstelltworden war, scheinbar festgelegt, aber wie wir später im Be-sonderen darstellen werden, suchte Platen von vornherein gegenbeide freien Raum und selbständige Bewegung zu erlangen undsetzte mit Hilfe des Kurfürsten selber eine unabhängigere Stellunggegen beide durch.

Das Gebiet der eigentlichen Intendantur beherrschteer bald unbestritten, von der Werbung bis zur Musterung bearbeitetePlaten die Aufstellung und Ausrüstung des Heeres; dann die Auf-stellung des Heeresetats und das gesamte Besoldungswesen, undals dritte wichtige Aufgabe die Verpflegung des Heeres und dieInstandhaltung der festen Magazine; zwar lag die sachliche Arbeithierfür schon einem Generalproviantmeister mit einem Stabe be-sonderer Beamten ob, doch war die Oberleitung in Platens Hand.Nicht in gleicher direkter Unterordnung, aber doch schon unterseinem Einflüsse stand auch das Generalauditoriat, also das Militär-justizwesen, das Medizinal-, Lazarett- uud Invalidenwesen undendlich das Remontewesen, das sich durch die Gestellung derLehn- und Schulzenpferde auszubilden begann. Umfassen dieseArbeiten etwa die sieben Abteiinngen des heutigen Kriegsministeriums,so lagen auf Platens Schultern noch die nioht weniger wichtigen