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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
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90 I- Kap.. 1. Abschn. Die Entstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.

den Truppen nach Preußen gefolgt, wo er in Riesenburg aus denHänden Waldecks auch die Verpflegung der preußischen Regimenterübernahm 1 , bis die Ernennung Wallenrodts ihn im nächsten Jahrevon der direkten Verwaltung dieses Heeresteiles entlastete. Dennim Herbst 1050 begann für das Generalkommissariat die schwierigeVerpflegung des Heeres in Polen auf dem Feldzuge nach Warschauund. dann in den Quartieren Pommerns und der Neumark imWinter 1057/58. Wenn man die Armut des Landes und denWiderstand der Stände bedenkt, die das stehende Heer noch kurzvorher auf 30 Kompagnien herabgedrückt hatten, so begreift man,welche außerordentliche Leistung es bedeutete, jetzt allein inPommern und der Kurmark etwa 200 Kompagnien mit dem General-stab und der Artillerie zu verpflegen. Dabei war für Platen dieÜberredung der Stände 2 , die Verteilung der Quartiere und dieEinrichtung einer teilweisen Naturalverpflegung noch die leichtereArbeit im Vergleich zu der Mühe, den trotzigen und auf altenGewohnheitsrechten pochenden Offizieren die Selbsthilfe und eigen-mächtige Verpflegung zu verwehren 8 und sie an eine strengeBindung au die Verpflegungsordonnanzen und die Anordnungendes Geueralkommissariats zu gewöhnen. Besonders in den Feld-zügen der folgenden Jahre, in denen das Heer vor allem aus denKontributionen Holsteins verpflegt wurde, wurde streng mit jenenalten Gewohnheiten aufgeräumt, die Ordnung der Verwaltungs-behörde an die Stelle soldatischer Willkür gesetzt und zum erstenMale der Versuch gemacht, das Heer auch auf fremdem Bodenvöllig aus der Kriegskasse zu bezahlen.

Die Verwaltung der verbündeten Heere leitete in Holstein nebenPlaten der österreichische Generalkonunissar Freiherr von Schilerund der dänische Generalkommissar Detlef von Alfeldt, von denen derletztere schon einige Zeit in einem vertraulichen Verhältnis zum Kur-

1 S. Urk. u. Akt. VII, 418 u. 580 (Memorial Waldecka). — Erdmanns-dörffer, Waldeck, 341—342. — Rauchbar, Wuldeck, I, 97.

J l'laten an den Kurt". Merlin, 26. Okt./l. Nov. 1657. Prot, und Kel.V, 899.

3 „Die Kaiserlichen und ihre Völker", schreibt l'laten tun 30. Sept. 1658au den Statthalter, haben es nicht besser mit Plündern und Stehlen gemacht wiedie Polen des Czarecki"; der vierte Teil der I'riegnitz sei schon verwüstet, jetztkämen sie wieder, also würde die Hälfte verwüstet. Geh. St. It. 24, FF.fasc. 3.