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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
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Der Kriegsrat von 1630—1641. 49

Kreise oder Städte zuviel aufgewendet hatten und ihre Über-nahme durch mehrere Kreise oder die Gesamtheit. Peinlicher nochwaren die häufigen Streitigkeiten zwischen den ständischen Steuer-bezirken und den kurfürstlichen Domänenbezirken. Denn wenn dieLandkommissare auch vom Kurfürsten eingesetzt und besoldetwurden, so waren es doch lauter Adlige, die noch vielfach ständischeInteressen vertraten, die Amtsuntertanen gern mit Lasten über-bürdeten und dafür die Dörfer und Untertanen des Adels schonten.Die wiederholte kurfürstliche Verordnung, daß ohne Beisein undVerwilligung der kurfürstlichen Beamten keine Anlage im Kreisezu machen sei, wurde nicht eingehalten: der Kriegsrat mußte ihrAchtung verschaffen, die vorkommenden Schädigungen der Ämteruntersuchen lassen und Ersatz zu schaffen suchen 1 . Fast nochschwieriger als die Aufbringung und Verwaltung der Barmittelunter solchen Umständen gestaltete sich die Verpflegung derTruppen in natura. Die Marken waren in der Zeit von 1030—41fortwährend von fremden Truppen belagert oder durchzogen, dienach der Kriegssitte der Zeit ihre Verpflegung im Lande fordertenund deren maßlose Ansprüche den Kriegsrat oft genug vor un-mögliche Aufgaben stellten. Die Festsetzung der kürzesten Routefür die Durchmärsche, die Rücksichtnahme auf die ausgesogenstenGebiete dabei, die Ernennung oder Instruierung der geeignetenKreiskommissare für diese Zwecke, die Berechnung des Unter-haltes pro Mann und Tag, die Umlage des aufzubringenden Ge-treides, dann die Sorge, wo das Korn zu mahlen, das Brot zubacken, die schwere Lieferung von Ochsen, Kälbern, Hammeln,Gänsen, Eiern aus dem verarmten Lande, der unglaublichen Massenvon Bier und Wein aus den Städten, die Beschattung von Pferdenund Munition, Ausrüstung und Kleidung waren die immer erneutenMühen der Kriegsräte unter immerwährenden Klagen der Ein-wohner über die Unmöglichkeit, die Lasten weiter zu tragen, derTruppenführer über die säumige Verproviantierung 2 . Auch

1 Der Kurf. an die Kriegsräte, 9. Jan. 1636. — Schwarzenberg an den Kurf.,Spandau, 15. Aug. 1638. Geh. St. R. 24 C, fasc. 8; H. 21, 136 k.

2 Beispiele s. Geh. St. R. 24 C, fasc. 6 und 8, R. 21, 136 und in denProtokollen und Relationen. — Vgl. auch v. Petersdorff, Beiträge zurSteuer-, Wirtscliafts- und Heeresgeschichte der Mark im Dreißigjährigen Kriege(Forsch, z. brandenb. u. preuß. Gesch. II) nach dem von Priedländer (Mark.

Urk. u. Aktenstt. z. Gesell, d. Kurf. t'riedr. Willi. I, J. 4