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Der Kriegsrat von 1630—1641. 47
Manipulationen der Offiziere K Alle diese Differenzpunkte wurdenherbeigeführt durch die Schwierigkeit der Unterhaltung des Heeresund hierin lag die größte, Aufgabe für den Kriegsrat. Von seinerEinsetzung bis zu seiner Auflösung hatte er damit zu kämpfen,aus einem von Freund und Feind bedrängten und ausgeplündertenLande die Kosten für feindliche, freundliche und eigene Truppenaufzubringen. Vor dem Prager Frieden forderten die Schweden alsFreunde, die Kaiserlichen als Feinde Kontribution und Unterhalt,nach ihm lasteten die Kosten für die großen eigenen Werbungenund die Verpflegung der sächsischen und kaiserlichen Heeres-körper auf den Marken, während die Schweden aus ihnen nahmen,was sie konnten. Solange die Politik schwedenfreundlich war,bewilligten die Stände die nötigsten Mittel: die Kriegsräte machtendie Voranschläge 2 , vertraten die Propositionen des Kurfürsten vorihnen und schrieben die bewilligten Steuern im Lande aus 8 . Alswährend der Militärdiktatur Schwarzenbergs die Stände nicht mehrbefragt wurden, auch die vom Kaiser bewilligten Subsidien undRömermonate nicht mehr genügten, ergriff man die vom älterenKoppen einst schon verteidigte Staatsrechtsmaxime 4 , wie sie inden größeren Staaten Europas schon Geltung hatte: daß nämlichder Landesherr in Notfällen zum Nutzen des Ganzen selbständigSteuern auflegen könne, schrieb also unbewilligte Kontributions-umlagen aus und richtete auch auf dieser Rechtsgrundlage durch denErlaß vom 12. August 1637 eine völlig neue Steuer, die doppelteMetze, ein, welche die nächsten zwei Jahrhunderte nicht mehr ausdem kurmärkischen Steuerplan verschwand. Wie sehr die Kriegs-räte, auch in diesen Kampf der Prinzipien eintreten mußten, zeigteine Aufforderung des Kurfürsten vom 8. Januar 1636 an sie, wo-nach sie sich darüber äußern sollten, ob es bei der neuen Auflage
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1 Schwarzenberg an den Kurf., Spandau, 11. Sept., 2. Okt., 23. Okt. und30. Nov. 1(538 usw. Gek. St. K. 21, 136 k. — Vgl. auch Meinardus, Schwarzen-berg in Forsch, z. brandenb. u. preuß. Gesch. XII, 103—104.
• So Hefehl des Kurf. an die Kriegsräte, Colin, C. 8. Jan. 1636. Geh. St.B, 24, C, fasc. 8.
3 Der Kurf. an die Kriegsräte, Colin, 13. Dez. 1634, Punkt 3: Propositionüber die Winterquartiere an die Stände, Geh. St. R. 24 (', fasc. 8. — Auch imDez. 1640 eröffnet der Kriegsrat Fromholdt den Landtag; s. auch die Resolutionv. 18. Jan. 1641. Prot. u. Rel. I, 46 u. 47.
* Holtze, Gesch. des Kammergerichts II, 163.