Der Kriegsrat von 1630—1641. 37
durch eben jenen Stellmacher denkt, welche die der Obersten weitübertraf, selber Sünden verdecken und den Kurfürsten von einerKontrolle der Kriegskasse ablenken müssen'. Wie dem auch sei— der hinterlassene Reichtum Schwarzenbergs wäre das einzigeArgument, das einen solchen Gedanken verstärken könnte — alser endlich durch die Entlassung Klitzings und der schlimmstenBetrüger mit dieser Sorte von Offizieren aufräumte, waren großeMittel verbraucht, die Kaiserlichen erbittert über die schlechteUnterstützung durch Brandenburg und die Schweden wieder dieAngreifer und im Vordringen gegen die Marken begriffen. Wennder junge Kurfürst Friedrich Wilhelm, der nun den Thron bestieg,die aktive Kriegspolitik der letzten Jahre fallen ließ, auf fried-lichem Wege die Erlösung seines Landes von dem Druck derSchweden zu erlangen hoffte und daher „den Krieg hinfüro nurdeffensive führen wollte" 2 so geschah dies nicht zum mindesten ausdem Gegensatze auch gegen die innere Politik Schwarzenbergsund aus dem Glauben, die Lasten des verarmten Landes müßtenzunächst um jeden Freis erleichtert werden.
Die innere Politik Schwarzenbergs aber war gegen dieStände gerichtet. Da diese einer aktiven brandenburgischen Politikvöllig ablehnend gegenüberstanden, suchte er ihren Widerstand zubrechen und als es ihm nicht gelang, die Mittel zum Unterhaltdes Heeres mit ihrer Zustimmung aufzubringen, es ohne ihre Zu-stimmung zu tun. Auf dem allgemeinen Landtag vom Februar163(5 brach der Kampf aus. Die Stände, welche wohl fühlten, daßim Kriegsrat das eigentliche Werkzeug der neuen kriegerischenRichtung liege, antworteten auf die Forderungen der Regierungmit einem wütenden Angriff auf die Tätigkeit dieser Behörde, ver-langten eine Rechnungsablage der Kriegsräte über die bishererhobenen großen Kontributionssummen, äußerten den Verdacht,daß die Gelder auch zu anderen als den bestimmten Heereszweckenausgegeben würden und forderten, daß die Abrechnungen derKreiskommissare zuerst ihnen, dann erst den Kriegsräten vorgelegt
1 Der gläubige Kurfürst ist ganz betrübt, „daß auch Blumenthal sich aufschlimme Händel verlegt habe" und bittet Schw., ihm in Chiffren Nachricht davonzu geben. Königsberg, 12./2. Nov. 1038 Geh. St. 11. 21, 136 k.
2 Instr. für Statthalter u. Geh. Räte vom 19. Jan. 1641. Prot. u. Hei. I,100—101.