,36 !• Kap., 1. Abachn. Die Entstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.
General von Klitzing, der bei diesen Werbungen nur seinen Privat-nutzen suchte und wie die meisten anderen Obersten, die beidenBurgsdorf, Waldow, Kehrberg, Kracht, Pflantz, Dargitz, den größerenTeil der Werbegelder in seine Taschen Hießen ließ, statt den ein-gegangenen Verpflichtungen nachzukommen 1 . Sie unterstützteneiner den andern, lehnten eine Verantwortung über die Geldergeradezu ab, suchten die Schuld auf die Kriegsritte zu laden, undBlumenthal, den Schwarzenberg als Generalkommissar den Truppenbeigesellt hatte, erwies sich als unfähig, diesem Treiben Einhaltzu tun. Man kann die Wut Schwarzenbergs verstehen, der durchsolche Betrügereien seine Pläne gegen Schweden mißlingen sah.„Ich bin mehr von Gram als von Krankheit krank," schrieb eran den Kurfürsten 2 und wurde immer maßloser in seinen Be-schuldigungen, besonders gegen Klitzing und Burgsdorf 3 . Ja,wenn man ihn plötzlich auch gegen seine eignen Helfer, wieBlumenthal, eifern hört: ,er sei ein wunderlicher Mann, geizig,böse und falscher als man nicht an einem Dutzend vermuten sollte,sei an vielen Ungelegenheiteu und Geschwätzen schuldig, auch eingroßer Veranlasser von dem, was Burgsdorf und Klitzing begingenund zu rechter Zeit würde ihm die Verantwortung schwerfallen' 4 , so kommt man bei dieser Schwarzmalerei fast allerMenschen — außer Stellmacher — auf den Gedanken, als habeSchwarzenberg sich entweder beim Kurfürsten als den einzigentreuen Better in den Gefahren darstellen und erhalten wollen oderals habe er, besonders wenn man an die Veruntreuung der Gelder
1 Klitzing hatte 40000 Taler erhalten, aber im Herbst 1638 statt 1600 Mannzu Ful'. und liOO Dragoner nur 100 Mann überhaupt; Dargitz hatte 80000 Talererhalten, aber sein erstes Regiment dem Feind in die Hände gespielt, um dieVerpflegung zu sparen usw.; nur Oberst von Rochow wird für die Vollzähligkeitseiner Truppe gelobt. Schw. an Blumenthal, Spandau, 22. Aug. — Kurf. an Schw.23. Sept. — Schw. an den Kurf., Spandau, 2. Okt. — Kurf. an Schw. 30. Nov.1638. R. 21, 136 k.
2 Spandau, 16./6. Sept. 1638. Geh. St. R 21, 136 k.
3 Er wollte, der Kurfürst hätte keinen General und keinen Konrad vonBurgsdorf im Felde, dann würde alles besser gehen, schreibt er am 16. Okt. 1638an den Kurf. „Burgsdorf verführe Klitzing nach seinem Gefallen — Klitzing istunbeständig und über die Maaßen geizig, und eben wie Burgsdorf nimmer con-tent, hat ein bös Maul, was er eine Stunde sagt, leugnet er die andere" usw.
4 In dem gleicheu Briefe vom 16. Okt. 1638! — Ähnlich hechelt er auchin einem Schreiben an den Kurfürsten, Spandau, 11. Dez. 1638, fast alle Geheimenund Kriegsräte durch. Geh. St. R. 21, 136 k.