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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
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24 I> Kap., 1. Abschn. Die Entstehung und Ausbildung der Zentralbehörde.

Regierung unter Georg Wilhelm vollzogen: die Erfahrungen derSchwarzenbergischen Verwaltungspraxis wurden durch ihn in diezweite und kräftigere Epoche der absoluten Fürstenpolitik Branden-burgs hinübergetragen, und als die Prinzipien des verhaßten Grafensich jetzt durch die Hand des Großen Kurfürsten zu realisierenbegannen, knüpften fast alle Reformen der fünfziger Jahre durchdie leitenden Männer jener Jahre oder durch den Zwang dergleichen Absichten wieder an die Tendenzen des Kriegsrats derdreißiger Jahre an.

2. Der Kriegsrat von 16301641.

Die Entstehung des 'brandenburgischen Kriegs-rates fällt in das letzte Jahrzehnt der Regierung Georg Wilhelms.Zwar waren schon vorher zuweilen höhere Offiziere oder kriegs-kundige Mitglieder des Adels zu Kriegsräten ernannt worden,auch wurden seit 1604 aus der Mitte des Geheimen Rates, derseit diesem Jahre die gesamte Landesverwaltung, also auch dieKriegssachen, leitete, einzelne Kommissionen unter dem NamenKriegsrat" gebildet, doch waren diese Ämter nur von kurzerDauer und erloschen mit ihrem besonderen Zweck l . Auch dieStände wurden dem dualistischen Prinzip des Territorialstaatesentsprechend zu diesen Kommissionen hinzugezogen: im April 1615wurden einige aus ihrer Mitte zum Kriegsrat nach Colin be-rufen, und fünf Jahre später machte Georg Wilhelm sogar denVersuch, eine Art ständiger adliger Kriegsräte dem GeheimenRate in Kriegsläuften beizugesellen. Im Jahre 1620 hatte er denStänden freigestellt, bei den neugeworbenen Truppen, denen derSold aus den bewilligten Geldern direkt von den ständischen Be-

1 Siehe Burkhard v Bonin, der kurbrandenburgische Kriegsrat, Forsch,zur brandenb. u. preuß. Gesch. XXV (1912), 51 ff. Diese Studie erschien, als ichmeine Arbeit über den Kriegsrat schon abgeschlossen hatte, doch konnte ich sievor der Drucklegung noch verwenden. Da sie im wesentlichen die juristischeSeite der neuen Behörde betrachtet, tritt sie meiner Ausführung ergänzend zurSeite: die wichtigsten Instruktionen von 1681 und 1684 sind Bonin entgangenund die einzelnen l'hasen der Entstehung und Auflösung des Kriegsrats werdennicht deutlich. Auch unterschätzt Bonin die große Verwaltungstätigkeit desKriegsrats und fällt über seine Mitglieder ein übertrieben hartes Urteil; er ver-gißt die schwierige Lage dieses traurigen Jahrzehntes, für die SchwarzenbergsKraft nicht ausreichte, und den völligen Mangel eines festen Zentrums im Staate.Unter dem Großen Kurfürsten werden fast alle diese Männer sehr tüchtige Helferund Beamte!