Die Generalkriegskommissare auf Zeit. 21
burgischen Diensten rasch emporgekommen: kaum 25 jährig— er war 1609 geboren — war er als eifriger Anhänger derkaiserlichen Politik 1635 in den Geheimen und den Kriegsrat be-rufen und hatte im letzteren eine Weile die Direktion geführt 1 .Im Juni 1637 war er in Prag, um vom Kaiser die Erlaubnis fürdie Werbung von 6600 Mann zu Fuß und 1000 Reitern und Werbe-gelder dafür zu erwirken. Er setzte auch beides durch 2 , und be-teiligte sich nach seiner Rückkehr (9. Juli 1637) eifrig an denVorbereitungen des Kampfes gegen Schweden, die durch diekriegerischen Absichten des Kurfürsten weit über das ursprüng-liche Maß hinaus nötig geworden waren 8 . Es sollten 25 000 Mannunter dem ersten brandenburgischen General, dem von Klitzing,ins Feld gestellt werden, um sich dem Grafen Gallas auf demZuge nach Pommern anzuschließen, und Blumentbai wurde imFrühjahr oder Sommer 1638 zum Generalkommissar dieser Truppenbestellt 4 . Es kam freilich kaum ein Fünftel dieser versprochenenMannschaft zusammen und auch diesen mangelte es allenthalbenan Sold, Proviant und Munition; Blumenthal hatte daher einenschweren Stand gegen die Führer der verbündeten Heere und be-kam täglich höhnische Worte zu hören „von den Generalkommissaren,die weder Geld noch Proviant hätten," „von Leuten, die viele
Der Statthalter schreibt, er habe den kurf. Rat zu Cüstrin, Hans Georg von demBorn, dazu ernennen wollen. Dieser habe seine mangelnden Mittel vorgeschützt,die Kasse sei leer und könne ihm nicht aufhelfen. Wenn der Kommissar zu denTruppen käme, würde man von ihm wenigstens Geld für ein paar Löhnungen fürdas Volk erwarten, sonst könnte er allerhand Schimpf erleiden. Da kein Geldda sei, müsse die Sache jetzt anstehen. Der Kurfürst schloß sich diesen Be-denken an. Rel. von Colin 7. Juli 1632; Resol. 22. Sept./2. Okt. Geh. St. R. 21,136 1.
1 Kurf. an die Kriegsrate. C. 9. Sept. 1635, Geh. St. R. 24 C, fasc. 8. —Theodor v. Mörner, Markische Kriegsobersten (Berlin 1861) 205.
2 Th. v. Mörner, Mark. Kriegsobersten 156—157, 205 ff. Die Akten dar-über Geh. St. R. 24, b. 1 c.
• Meinardus, Prot. u. Rel. 1, Kinl. XIX—XXII. - Bericht Blumenthalsüber die großen Werbungen von 1636/37, 25. Aug. 1641. Ebenda I, 351—353. —J. W. (!. Cosmar, Graf Adam Schwarzenberg (lierlin 1828), 193. — Mörner,Mark. Kriegsobersten, 212 ff.
* Die Bestallung selbst ist nicht vorhanden, aber die ausgefertigten Schreibendieses Jahres an ihn sind „An den General-Kommissar u. s. w." adressiert, z. B.Kurf. an den G.-K. v. Bl. Spandau, 19. Aug.; auch die kaiserlichen Offizierenennen ihn so. Blumenthal an Schwarzenberg, im Felde bei Malchin, 15. Aug.1638. Geh. St. R. 21, 136 k.