Einleitung. 7
Bildungen von übereinstimmender Art sind 1 , ist auch an deneinzelnen militärischen und finanziellen Zentralbehörden jener Zeitdeutlich sichtbar, und dieseVorbilder mußten auf den neuentstehendenBrandenburgisch-Preußischen Staat um so stärker einwirken, alser mit allen jenen Mächten während des 17. Jahrhunderts fastununterbrochen in kriegerischen Verwicklungen lag, und als ihrGegner oder Verbündeter gerade mit diesen ihren Behörden inunmittelbare Verbindung trat. Frankreich wirkte durch den vonJahrzehnt zu Jahrzehnt steigenden Glanz seines Königtums unddie einheitliche Macht seines Staates schon aus der Ferne unbe-dingt; die späteren Generalkriegskoinmissare des Großen Kurfürstenhaben dort auf ihren Jugendreisen ihre Ausbildung gesucht, oderwie Franz von Meinders als Gesandter am Hofe Ludwigs XIV.bleibende Eindrücke für die Staatsverwaltung gewonnen 2 . Daßder Große Kurfürst selbst seit 1660 und besonders seit 1685 viel-fach Franzosen im Heere und in der Verwaltung anstellte, ist be-kannt. In den ersten Jahrzehnten seiner Regierung war jedochvor allem der schwedische und der österreichische Einfluß auf diebrandenburgische Verwaltung maßgebend. Schon Gustav Adolfhatte dem Kurfürsten Georg Wilhelm direkte Vorschläge zurÄnderung der Finauzverwaltung gemacht: zur besseren Aufbringungder 30000 Taler, welche die Karmark ihm nach dem Vergleichvom 10. Juni 1631 zu zahlen hatte, sollte das Land in zehn Quar-tiere geteilt, an die Spitze eines jeden ein Kommissar und überalle ein Generalkommissar zur Verwaltung der Gelder gesetztwerden. Auch die Betonung des absolutistischen Prinzips fehltebei diesem Vorschlag nicht, da Gustav Adolf die Befraguug derStände für unnötig erklärte: sie bedeute nur Aufschub und Zeit-vergeudung 3 . Wenn auch dieser Vorschlag nicht ganz verwirklicbtwurde, so hängt docli die Einsetzung des brandeuburgischen Kriegs-rats am diese Zeit mit den schwedischen Verwicklungen eng zusammen,
1 0. Hintze, Die Entstehung der modernen Staatsministerien. Hist. Zeit-schrift C, 54.
a A. Strecker, Franz v. Meinders, ein hrandenhurgisch - preußischerStaatsmann im 17. Jahrhundert (Schmollers Staats- u. SozialwissenschaftlicheForsch. 1892), 34, 49.
8 Vergleich vom 10. Juni 1631 Geh. St. R. 24 c. 2 fasc. 12 und Berichtdes Hans Georg v. Rihbeck und C'urt Bertram v. Pfuhl vom 1. Juli 1631.Ebenda fasc. 16; s. auch Mörner, Kurbrandenburgs Staatsvertriige, 107, 108.