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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
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ü Einleitung.

sich überall in den kleinen und mittleren Territorien Deutschlandsmehr oder weniger starke Verbindungen von Finanz- und Heeres-behörden aus; ohne daß sie besondere charakteristische Formengefunden hätten. Aber soweit sie sicharmierten", hatten dieReichsstände bald alle ihren Ober- oder Generalkriegskommissar:Kurköln sowohl wie Kurpfalz, Münster und Hessen so gut wieBraunschweig-Lüneburg und Lippe-Detmold.

In Frankreich, /lern vorbildlichen Lande für diese zentrali-sierenden Behörden, hatte sich inzwischen die Zentralisation derHeeres- und Finanzverwaltung weiter entwickelt. Unter den HändenRichelieus, Mazarins, Colberts und Louvois' waren sie zu jenenfestgefügten Organisationen geworden, welche von ganz Europabewundert wurden und die Kräfte des französischen Staates zueiner Stoßkraft zusammenfaßten, die ihm für lange Zeit die Supre-matie über die andern Mächte verbürgte l .

Di Schweden waren schon im zweiten Jahrzehnt des 17. Jahr-hunderts Versuche gemacht worden, für die Heeresverwaltung einenbesonderen Kriegsrat zu gründen, doch kam es unter Gustav Adolfnur zur Bildung eines Zentralkriegsgerichts, das sich periodischversammelte und bloß die militärische Rechtspflege ausübte. Erst1635 scheint ein Kriegsrat begründet worden zu sein, der auchadministrative und ökonomische Kompetenzen hatte, doch blieb dieeigentliche Finanzverwaltung in den Händen der Kammer. Imschwedischen Heere aber, das auf dem Festlande focht, bildetesich ohne unmittelbare Beziehung zu den heimischen Verhältnisseneine Generalkommissariatsverwaltung aus, wie sie in allen Heerendamals üblich war und von Italien bis nach Dänemark, von Spanienbis nach Polen die gleichen Formen, das gleiche Recht und viel-fach selbst die gleichen Namen für die verschiedenen Beamtenführte 2 .

Was überhaupt für die gesamten modernen StaatsministerienEuropas gilt, daß sie trotz aller starken Abweichungen doch

1 A. Chemel, Histoire de radministration mouarchi<|ue (Paris 1855) I,299301; II, 304. - G. Avenel, Richelieu et la monarchie absolue II (1884),189 ff. Über die Ausbildung des Kommissariats O. Hintze, Der Kommissar,Zeumers Festschrift 499503.

2 Nils Eden, Den svenska Centralregeringens Utveckling tili kollegialOrganisation (16021634). Upsala u. Leipzig 1902, 274284. Th. Lorentzen,Die schwedische Armee im Dreißigjährigen Kriege (Leipz. 1894) 114 Note 4.