Mau
Maß L56
reizt. Man mäßigt seine Freu«de, seine Traurigkeit; aber manbändigt sic nicht. Wan mä-ßigt und bändigt hingegenseinen Zorn, seine Rachsucht.Mäßigen. Mildern, ü DenGrad der Stärke vermindern. V-Milde ist urfpiüiigllch das, wasfür den Geschmack nicht herbe,oder für oas Gefühl nicht hartist r und hiernächst überhaupt al-les, was keine» zu starken und da-durch unangenebmeu Eindruck aufdie Sinne macht. Eine mildeLuft, ein milder Geruch u. s. f.Mäßig ist da-, was das rechteMaaß, den reckten Grad derStärke hat. — Mildern heißtdaher überhaupt, die Stärke ver-mindern; Mäßigen, sie aufden rechten Grad herabsetzen.Man mildert eine Strafe,wenn mau von ihrer Strenge et-was nachläßt; man mäßigtsie, wenn man so viel davon nach-läßt, daß sie den rechten Grad, von Strenge hat.
Mäßigung. Sanfrmurh.ü. Die Tugend, wonach mannicht zu leicht und zu viel Ion,und Unwillen gegen Andre äußert.W Die Sanftmuth thut die-ses nicht, weil sie Nicht leicht et-was für Beleidigung hält, son-dern alles mit Güte und Scho-nung beurtheilt. Sie steht da-her auch der Empfindlichkeit ent-gegen , die sich durch jede Klei-nigkeit beleidigt glaubt. Hinge-gen die Mäßigkeit entrüstetsich nicht, weil sie den Unmuthbeherrscht und in den recktenSchranken hält. Der Sanft-mut h i g e hat keine Mäßigungnötbig, weil er keine Aufwallun-
gen des Zorns empiindet. DemEmpfindlichen kostet die Mäßi-gung oft große Anstrengung.Die Sanftmut!) ist mehr eineliebenswürdige Eigenschaft desHerzens, und die Mäßigunghat mehr Anspruch auf Achtung.
Macr. Muve Laß. ü-Waswca.ge Kraft hat- V- Wenn dieKrall bloß durch Anstrengung er-schlafft ist, so wir» Müde ge-sagt; Matt hingegen, wenn siean sich selbst sehr g>r:ng» oderdurch Krankheit oder andre inne-re Ursachen geschwächt ist. WerLen ganzen Tag gearbeitet hat,der ist des Abends m ü d e. Der-jenige, dessen Kräfte durch einFieber aufgcrieben sind, ist matt.Die letzten Strahle» der unrcrgr-hcudei! Eouiie find matt, abernicht müde; weil sie nur einegeringe Kraft, haben. — Laßueiuil man denjenigen, der we-gen des unangenehmen Gefühlsder Kunstlosigkeit keinen Muihund keine Lust zu arbeite» hat.
Maul. Mund. ü. Dieoffnungin dem Gesicht des Menschen zwi-schen bcyde» Lippen. V. Maulbezeichnet dieselbe bloß vo» Sei-ten der Materie, als einen Tbeildes Körpers; Mund von Sei-ten der Form. Durch seine Formaber ist der Mund ein Sitz vonAusdrücken innerer Empfindun-gen. Wenn daher von solchenAusdrücken die Rede ist, so kannnur Mund gesagt werde». Seingütiger, liebevoller M n n d sprachmit holder Freundlichkeit. — Ebendarum ist auch M u n L überhauptesler als Maul; und da» letzte-re wird auch von Tbiereu gesagt,das erstere aber nicht.
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