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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
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Masse. Materie. ü. Der Mäßig. Frugal. Sparsam-

Inoegriff der Tycile. woraus einKörper best ht. V Materiebercichnct dieselben von Seitenih. r Beschaffheit, Masse »onSc ten der Quantität; und dieseerkennen wir durch das Gewicht.Eine eiserne Kugel besteht auSeiner andern Materie, als einebleierne, bcyde haben aber einer-len Masse, wenn sie gleichviel wiegen. Wenn dagegen zweybleierne Kugel» eia nugl'chesGewicht baden, so ist ihre Masseverschieden» ob sie gleich aus ei-nerlei) Materie bestehen.Do» der abgegebenen eigentlichenBedeutung des Worts Materiehat man noch einen allgem.-inernB'gnff abstrahirt, wonach Ma-terie üvei Haupt dasjenige bedeu-tet, woraus ein Ding bestehet,und der Form entgeaenges tzt wird.So ist die Materie eines Ver-nunftschluffes der Inbegriff derUrtheile, woraus er bcstcbt. DieArt und Weise, wie Liese Urtheileverbunden sind, ist seine Form.

Mäßig. Enthaltsam. ü.Wersich hütet, die gehörigen Grenzeni» dem Genüsse einer angenehmenSache zu überschreiten. V- DerEnthaltsame versagt sich LenGenuß gänzlich. Der Mäßigebleibt dabey nur innerhalb derGrenzen, welche die Vernunftvorschreibt; indem er seine Be-gierde beherrscht, daß sie dasrechte Maaß behält. ManchenMenschen ist es leichter, gänzlichenthaltsam als mäßig zu seyn,weil sie, wenn sie das Vergnügenerst wirklich empfinden, dem Reizedesselben weniger widerstehe» kön-nen.

ü- Wer zu großen Aufwand ver-meidet, und das, was dadurchentsteht. V- Der Mäßige ver-meidet zu großen Aufwand, weiler seine Begierden beherrscht.(S.den vor.Art.); Der Frugale,weil er mit einem kleiner» Genüssezufrieden ist, und derSparsam e,weil er die Kosten eines gröber»Aufwandes scheuet. Der M ä-ßige ist nicht immer frugalund sparsam. Denn es kannseyn, daß er mit dem Genüsse,worauf er sich einsch.ankt, aarnicht zufrieden ist, auch größereKosten gar nicht scheues; sondernseme Begierden nur beherrscht ausKlugheit und Sorge für seineGesundheit. Der Frugaleist nicht immer mäßig und spar-sam. Denn es kann seyn, daßer mit seinem geringen Genüssebloß darum zusrwdcn ist, weil erkeinen bessern kennt. Dabey kanner in diesem geringer» Genüsseunmäßig und verschwenderischseyn; wie der roh-. W.lde, der sichmit seiner einfachen, schlechtenSpeise überschüttet- DerSparsame ist nicht immermäßig und frugal. Dasprächtigste, köstlichste Mahl kannmit vieler Sparsamkeit an-gcschafft und zubcrenet seyn, wenndabey alle« auch die gcriugsten,unnöthigen Unkosten vermie-den sind-

Mäßigen. Bändigen, ü-Eine Leidenschaft vermindern.Nur in diesem Begriffe kommenbende Wörter überein. V Manmäßigt aber eine jede Leiden-schaft, und bändigt eine solche,die zu angreifende» Tätigkeitenreizt