Kir
Air
szo
Kirche. Tempel. ü. Ein Ge-bäude, das dem öffentlichen Got-tesdienste gewidmet ist. V. Kir-che hat ursprünglich die christli-che Religionsgescll'chast bedeutet,und in dieser Bedeutung sagtman auch noch: die katholische,protestantische rc. Kirche. DasWort kömmt her von Kir,Wahl, ist die wörtliche Überse-tzung von Lcclesi, und ze''gt da-her eigentlich eine Gesellschaftvon Auserwablten an. Durchdie gewöhnliche Metonymie desEnthaltenen für das Enthaltende,hat man nachher auch den Ort,wo sich die christlichen Religions-gekellschaften -um öffentlichenGottesdienst versammelten, Kir-ch e genannt. — Tempel hat-ten auch schon die heidnischen Re-ligionen. — Aus diesem Unter-schiede beyder Wörter folgt nochein andrer. Die heidnischen Re-ligionen dachten sich ihre Gotthei-ten als gegenwärtig in ihrenTempeln. Wenn daher einechristliche Kirche ein Tempelgenannt wird, so wird dadurchangedeutet, daß Gott daselbstgleichsam auf eine nähere Art ge-genwärtig sey, durch Einwirkungauf die Herzen u. s. f. In die-sem Sinne wird 'der Mensch selbstein Tempel Gottes genannt.„Wisset ihr nicht, daß ihr Got-tes Tempel sepd, und derGeist Gottes in euch wohnet?"
Rirre. Zahm. U. Was seinenatürliche Wildheit abgelegt hat.V DaS Stammwort von Zahmscheint Zaum -u seyn, welchesNiederdeutsch Toom lautet undzu dem lateinischen «lomare zu ge-hören scheint. Danach ist ei» Tbier
zahm, wenn ihm gleichsam «j»Zaum angelegt ist, d. i. wennseine Wildheit aukgehkrt bat, sodaß cs gelenkt und von den Men-schen auf eine nützliche Art ge-braucht werden kann. — Aufdiesen Begriff gründet sich derverschiedene Gebrauch von Zäh,men. Ein Pferd bezähmen heißt,es bändigen. Ein Geizhalszähmt sich, ein neues Kleid zukaufen, wenn er seinen Geiz soweit bändigt, daß dieser es gestat-tet. Selbst Geziemen läßt sichunter diesen Begriff bringen. Dennein geziemendes Betrage»erfordert eine Bezähmung seinerBegierden (S. Geziemen rc.). —Zabm und wild werden auchvon Pflanzen gesagt. ZahmeHölzer z. B. sind solche, die ei-ner gewissen Eultur unterworfensiird — Kirre von Kirren,Locken, sagt man nur von Tbic-ren, und zwar von denjenigenunter de» zahmen Thieren, dieden Menschen nicht scheuen, son-dern gleichsam gesellig mit ihmleben. Ein Vogel ist kirre, wenner sich ohne Widerstand greifenläßt, aus der Hand frißt, sichauf den Schooß setzt u. s. f.
Lirren. Locken. Rörnen.Lodern, ü. Durch einen an-genehmen Eindruck verursachen,daß Thicre herbey kommen. V.Locken bezeichnet diesen Begriffganz allgemein, und wenn es da-her von Menschen gebraucht wird,so bedeutet eS überhaupt: jeman-den überhaupt durch sinnlicheReize wozu geneigt machen. —Kirren heißt, vermittelst einesgewissen Lautes, der gewöhnlichnachahmend ist, locke». Auch be-ieich-