Heu 205 Heu
gegen ein verabredetes Gegenvcr-spreche» das Recht bekömmt, ei-ne ihm gehörige Sache zu gebrau-chen. V. Wer durch einen sol-chen Vertrag Las Recht echalt,die Früchte der Sache sich zuzu-eignen und zu genießen, der pach-tet sie. Wer aber dadurch dasRecht erhält, die Sache zu ge-brauchen, ohne ein Recht aufFrüchte derselben zu bekommen»der mi c t h c t sie. Äcker pach-tet man, »veil sie Früchte tra-gen sollen, die mau erndtcn will.Ein Pferd miethet man : da mankeine Früchte desselben haben,sondern es nur sonst gebrauchenwill. — Mielchen (welchesvon d m alten Miethe, Ge-schenk. Lohn, herkömmt) wird au-ßerdem auch gesagt, wei n manmit einer Person einen Beitragschließt, wodurch man gegen einGegenv-rsprechc» ein Recht aufgewisse Diemke derselben bekommt.Man inietbe t.'auck einen B-dien-ten, einen Kutscher u. s. f. —Pachten hat ursprünglich dieEchl-eßung eines jeden Vertragsbezeichnet. Denn Pacht oderPact ist das lateinische pacwm.Diese allgemeine Bedeutung istdurch eine Svnecdochc nach undnach auf die angegebene besoudreeingeschränkt worden. — Heu-ern bezeichnet beydes: Mie«then und Pachten. Es istabernur noch >in Niederkächsischengebräuchlich, und wird insonder-heit von solche» Mietb» oderPacht-Vertrag,-, gesagt, dienur auf kürzere Zeit geschloffenwerden.
Heulen, weinen, wimmern.Schluchzen, jj. Töne hören
lassen, wodurch sich Schmerzausdruckt. V. Bey dem Wei-nen druckt sich Schmerz oderRührung aus durch einen sanftklagenden Ton der Stimme, dermit Thronen begleitet ist. — DasSchluchzen ist ein stärkeresWeinen. Es entsteht aus ei-nem heftigem oder anhalleadernSchmerze, der unwillkübrlicheZuckungeu des Zwerchfelles er-regt, die sich in die Kchlc foit-pstanze». Da nun die Bewcgun-geiz des Zwerchfells nicht unmit-telbar von unsrer Willkühr ab-hangen ; so pflegt das Schluch-zen »och eine Weile fortzndauern,wen» der Weinende sich schonzu beruhigen angefangen hat. —Heulen heißt übeihaupt einenstarken hohlen Laut von sich ge-ben, wie z. B. wenn der Windheult. Sofern daher das Heu-len ei» Ausbruch des Schmer-zes ist, wird es durch eine» un-vcrmischten sehr heftigen Schmerzbewirkt. Bey dem Weinenund Schluchzen kann derSchnurz auch mit Wohlgefallenuntermischt seyu; wie z. B. beyden Tbränen, die uns ein schd,nes Trauerspiel entlockt. — DasWimmern ist eia schwacher,gebrochener und z-tkernder Klage-ton, den ein heftiger Schmerzauspreßt. Die Schwäche dessel-ben kann daher kommen, daß dervolle Ausbruch des Schmerzesdurch die Macht der Vernunftgemäßigt wird; sie kann aberauch ihren Grund darin haben,daß die Kräfte des Leidenden er-schöpft sind. Ein krankes, schon ab»gemattetesKind wimmert, wenn«s heftige Schmerzen leide» muß.
-Sex-.