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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
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rirt, aber sie nicht geheilt.Auf Liesen Unterschied gründet essich, daß Curirea bloß vo»dem Arzte, Heilen auch vonden Arzncvmitteln gesagt wird.Denn der glückliche Erfolg kannauch der Wirksamkeit der ange-wandte» Mittel, die Anordnungdieser Mittel aber nur dem Arztezugnchrieben werden. Der we-ßeVitriol heilt Augeneutzmidun»gen, der Arzt heilt «nd cn-rirt sic. Außerdem wird hei-len auch alö ein Neutrum ge-braucht, für heil werden, wie-der ganz und unverletzt werden.(S. Heil. Ganz) Die Wundeheilt schon. Genesen wirdnur von dem gesagt, der von ei>»er inner» Krankheit befreyet wird.Man geneset von einem Fie-ber , aber nicht von einer Wundeam Finger; diese wird geheilt.

Heilig. Unvcrl 1; lich. ü.Dasjenige, was nicht verletztwerden darf. V. Unverletz-lich bezeichnet diesen Begriffschlechthin. Heilig aber ist das,dessen Verletzung im hbhcrn Gra-de strafbar ist, insonderheit, so-fern diese höhere Strafbarkeit aufGründen der Religio» beruhet.Einem rechtschaffenen Manne istein gegebenes Wort unverletz-lich, und wenn er cs durch einenEid bekräftigt hat, so ist es ihmheilig.

Heilig. Tugendhaft, st.Wer im höher» Grade sittlichvollkommen ist. V. Heiligkömmt her von Heil (S. Heil.Ganz.), und bezeichnet daher den-jenigen, dessen sittliche Vollkom-menheit durch gar keine» Man-gel begrenzt ist und also den höch-

sten Grad hat. Tugendhaftschließt nicht alle Unvollkommen-heit aus. Es bezeichnet die mo-ralische Vollkommenheit als eineKraft zu guten Handlungen.Denn es kömmt her von Tau-gen, tüchtig seyn. Da nunKräfte durch Übung erhöhet wer-den, so wird Tugend durchiibrmg erworben, und kann ver-schiedene Grad' haben; in derHeiligkeit giebt rs keine Gra-de Heilig ist eigentlich nie-mand, als das höchste Wesen,welches auch niemals tugend-haft genannt wird, weil seinemoralische Vollkommenheit ohneSchranken ist. Für die endlichenGeister ist die Heiligkeit einIdeal, dem sich ihre Tugendimmer mehr und mehr nähernsoll, das sie aber nie vollkommenerreicht.

Heiligen, weihen. Witz,men. ü. Etwas wozu bestimmen.B. Widmen, (von dem lateini-schen vo ere) bezeichnet diesenBegriff allacmei». Man widmetsich dem Dienste des Staats, manwidmet seine Muße dem Stü-rmen, man widmet jährlicheine gewisse Summe den Armenu.s. f. W e i h c n ist ursprüng-lich nur eine andere Form desnämlichen Worts gewesen, heißtaber jetzt: fcperlich widmen.Ein geweihter Priester istdurch die Weihc, d. i. durch ge-wisse severliche Cercmonicn, zuseinen Verrichtungen gewidmet.Da nun diese Feverlichkeit inson-derheit alsdann pflegt beobachtetzu «erden, wenn man etwas derGottheit, oder dem religöscn,oder überhaupt einem HökernGe-