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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
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' sen. Außerdem wird Fol-gen auch überhaupt gebraucht,um anzuzeigen, daß jemand et-was thue, was ein Andrer schonvorher gethan hat, wenn es auchdie bloße Erkenntuiß betrifft.W 0 lf ist in der Metaphysik demLeibnitz gefolgt.

Gehören. Gebühre». ü.Einem andern Dinge zukommen.V. Gedbren bezeichnet diesenBegriff ganz allgemein. Ein Theilgehört zu seinem Ganzen, weiler diesem Ganzen'zukommt. Zueiner Wirkung gebdrt eine Ur-sache, weil ihr eine Ursache zu-kbmmt. Dem Eigenthümer ge-hört sein Eigcnlhum, weil ihmdasselbe zukömmt u. s.'f. Wasjemandem darum zukömmt, weiler es verdient har, sey es etwasGutes oder Böses, das gebührtihm. Dem edlen Manne ge-bührt Acktung, und ein Ver-brecher empfängt die gebühre n-de Strafe. Wo daher garkeine Rücksicht auf Verdienst Stattfindet, da wird nicht Gebührengesagt. An einem Triangel ge-hören drey Seite»; aber mankann nicht sagen, daß sic ibm ge-bühren.

Geißel. Bürge, ü-Eine Per-son, die jemandem zur Sicherheitdient, daß ein Andrer chm dasleisten werde, was er von dem-selben fordert. V Geißelnwerden jetzt nur die Personen ge-nannt, die im Kriege von demeinen kriegführenden Theile inVerwahrung gehalten werden, umdadurch eine von dem andern Thci-le geforderte oder versprocheneLeistung zu sichern. In andernFälle» sagt man Bürge. Ein

Bürge haftet auch nicht mitseiner Person, sondern mit sei,nein Vermögen, und wird daherauch nicht in Verwahrung gehal-ten. Ein Bürge behält übri-gens seine völlige Frcyheit; nur,daß er aus seinem Vermögen dieSchuld bezahlen muß, wofür ersich verbürgt hat, wennHauvtschuldner nicht Zahlungleistet.

Geist. Seele. Gemürh. Herz,ü. Dasjenige Wesen, in welchemder Sitz des Bewußtscyns ist;oder überhaupt: das. vorstelleudeWesen. V. Seele drückr zwarjetzt dieses Wese» ganz allgemeinaus, mit allen seinen Vermögenund Fähigkeiten, scheint aber sei,ner ursprüngliche» Bedeutungnach dasselbe nur in so fern zu be,zeichnen, als es als das empfin-dende und den Körper belebendePrincipiiim gedacht wird. DennEinige leiten es ab von S-iv-Ie,Seherin; und Andre wollen, daßes von einem verloren gegangene»Stammworte herkomme, welchesbewegen bedeutet habe. , Wahr,scheinlich haben beyde Stamm-wörter zur Bestimmung der Be-deutung des Wortes bevgctrageu. Geist (wie das lateinischelpirirus, von lpir-rs) ist eigent-lich ein Hauch; und danach be-deutet es das Unsichtbare, dasFeinste, was in einer fichtbarengroben Materie thätig ist. EinWein hat viel Geist, sofern erviele von den unsichtbaren feinenTheilen enthalt, die ihm seineKraft geben. Aus diese Bedeu-tung des Feinsten und Unsimili-chcu gründet es sich, daß mandas Wort Gcist hernach gebrauch-te,