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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
165
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Ger

Gel

lsZ

te, »m das vorstellends Wesen i»sofern zu bezeichnen, als es Ver-stand hat. Die Seele empfin-det und belebt Len Körper, derGeist denkt. Gemnth be-zeichnet das verstellende Wesen vonSeiten des Begehrungsvcrmö-gens. Denn es kömmt her vonMuthen, verlangen, wünschen.Diese Bedeutung zeigt sich auchin solchen Ausdrücken, wie:guter, oder schlechter Gcmüth s-character. Herz gehet nurauf das untere Vcgebrungsvermb-ge», und insonderheit auf di« aufAndrer Wohl und Wehe sich be-ziehende» Triebe und Neigungendesselben. (S. Charactcr rc )

Geist Verstand, ü. DieseWörter können in sofern alssinnverwandt betrachtet werden,als sic gebraucht werten, einenhoher» Grad des Denkvermögensanznzeigen. V. Verstand hatalsdann weiter keinen Nebcnbe-griff. Geist aber wird nur dem-jenigen bcvzclegt, der nicht alleineinen höher» Grad von Fertigkeitim Denken, sondern auch außer,dem noch die Fertigkeit hat, seineGedanken und Ausdrücke in schd,uc Formen zu kleiden. Den» die,scs letztere ist kein Geschäft desVerstandes selbst, sondern nurdes Wesens, welches Verstand bat,d.i Lee Geistes. (S d. vor. Art.)

Geistvoll. Geistreich, si.

Wer v'.e! Geist hat. (K. d. vor-Art) V. Gei st vo ll gehet aufdie Kraft des Geistes» die denMenschen gleichsam erfüllt,und Geistreich auf die Mengeund Mannichfaltigkeit der Ideen,worin sein Geist sich äußert.Geistvoll kann auch der rohe

Mensch seyn; geistreich wirber erst durch Cultur.

Gelinde. Sanft. Sachte.Leise. Gemach, si- Was miteinem geringer» Grade der Starkewirkt. V. Gemach wird vonder Bewegung gebraucht, und istdaher mit Langsam siunvcr,wandt, obgleich nicht gleichbedeu-tend. (^S. Langsam. Gemach.)Wer Gemach gebet, der gehtnicht schnell und nicht heftig. (S.Allgemach rc.) Leise wirdvon dem gesagt, was schwach aufdas Gehör wirkt. Lin leiserTon wird kaum gehört. Ge-linde uno Sanft werden vonDingen getagt, die auf das Ge-fühl wirke», Gelinde von sol-chen , die nur nicht stark und hef-tig, Sanft von solchen, dieaußerdem auch noch angenehmauf das Gefühl wirken..Das Ge-linde macht durch seine schwacheBerührung bloß keine schmerz-hafte oder eine weniger schmerz-hafte Empfindung; das S a n f t emacht eine angenehme. Ei« sanf-tes Laaer empfangt den Müdenmit woblthatiger Einwirkung aufsein Gefühl; und eine gelindeAusdünstung ist nicht so stark, daßsie dem Gefühl beschwerlich wird. Diesen Unterschied bestätigtauch der uneigentliche Gebrauch.Man sagt nur: eine sanfte,aber nicht: eine gelinde Lieb-kosung; wohl aber: ein gelin-der Verweis. Der letztere sollbloß keinen zu schmerzhaften, diecrstere aber einen angenehmenEindruck machen. Sachtewird so wohl von der Bewegungals von der Berührung gebraucht,wenn sie nicht stark und heftig ist.

Denn