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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
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Gast 154 Gat

und daher al« ein Zeichen dieserZnt angesehen werden kann: DennMahl bedeutet ursprünglich einZeichen; so wie man z B. nochjetzt sagt: er hat ein Mahl anseinem Körper. Daher wird auchMahl gewöhnlich mit Zeit zursammengesctzt. Man sagt: Mahl«zeit. Schmaus hat de»Nebenbegriff: Laß das Estenund Trinken wohlschmeckend, köst-lich, prächtig sey. Ein Gast«mahl ist ein Mahl, woranFremde, oder Gaste Theil neh-men. Da man aber den Gästengewöhnlich ausgesuchteres Estenund Trinken versetzt, so ist auchein Gast mahl gewöhnlich einSchmaus. Ei» Gastgebotist ein großes Gastmahl, wozudie Gäste feyerlich cingeladen sind.Denn Bieten hieß sonst ein-laden. Ein Ge!ag hat seineBenennung von dem langen Bcy»sammenliegen bey dem Estenund Trinken. Daher hat dasWort Gelag den verächtlichenNebenbegriff der Vollere» be-kommen.

Gasthaus. Gasthof. Her-berge. wirthshaus. u.Hauser, worin Fremde für Geldausgenommen werden. V. EineHsrb ergc kann ein solches Hausi» jedem Falle genannt werden,da man selbst von seinen gutenFreunden sagt, daß man sie beysich beherbergt habe. Allein,sofern Herberge von W i r t h S«Haus unterschieden wird» bedeu-tet das letztere ein Hans, worinein Wirlh ist, der die Fremdenfür Bezahlung mit Esten undTrinken bewirthet; Herbergehingegen ei» solches, wo man

bloß Aufenthalt und Nachtlagerfindet. Daher wird auch ein Haus,

wo diejenigen ciukehren, die ge-wöhnlich bloß ein Nachtlager su-chen , nur eine Herberge, aberkein Wirthshaus genannt.Man sagt: dieBettlerb er berge,aber nicht das Bettler will Hs»haus. Ein Ga st Hof istei» großes Wirthshaus, worinnicht bloß viele Fremde eipkehrenund bewirthet werden könne», so,,,dem wo sie auch für ihre Pferdeund Wagen Raum finden. DennHof bereutet oft, wie in Edri-tz of, ein großes Gebäude, wasmit mchrern Nebengebäuden ver-stehen ist, worin man auch Stalle«. s. f. findet. Gasthaushat diesen Nebenbcgriff der Größenicht, mid würde mit Wirths»baus gleichbedeutend scyn, wennes nicht der Sprachgebrauch ge-wöhnlich nur von solchen Wuchs»häusern sagte, worin der Wirthdie Gäste nur bewirthet, ohne siedes Nachts zu beherbergen. DaSHaus eines sogenannten Traiteursist einGasthau s.

Sarre. Gemahl, u. EinePer»son, die mit einer Person des an-dern Geschlechts in Geschlechts»gcmeinschaft lebt. V. Gatte(welches sonst von beyden Ge»schlechtem gebraucht wurde, wo-gegen jetzt von dem weiblichenGattin gesagt wird) deutet zu-nächst auf die Geschlcchtsvereim»guug selbst, weswegen auch vonThiercn gesagt wird, daß sie sichbegatten; und daher dann aufdie innigste Vereinigung der Gat»ten überhaupt. Deshalb wirddieses Wort in der Sprache derEmpfindung und der Zärtlichkeit

ge»