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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
148
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Frü 148 Fug

Früh. Zeitig. U. Was nichtspäter als zur reckten Zeit ist odergeschieht. V. Zeitig ist das,was zur rechte» Zeit und frühwas noch vor derselben ist odergeschichct. Denn früh ist ohneZweifel aus für oder vor ge-worden. 2^ war diesen Morgennoch sehr müde, ob ich gleichzeitig (zur gewöhnlichen Zeit)zu Bette gegangen war. Ichkvnute nicht cinschlafcn, weil ichso früh (vor der gewöhnlichenZeit) zu Bette gegangen war.Wenn das, waS vor einer be-stimmten Zeit schon da ist, als-dann auch zu dieser Zeit da ist,so ist Las F r ü b e alsdann immerauch zeitig. Wenn ich verspro-chen habe eine Arbeit in acht Ta-ge» zu liefern, und sie schon insechs Tagen beendige, so bin ichfrüh und daher auch zeitigdamit fertig geworden. Es giebtaber Dinge, die vor einer gewis-sen Zeit noch nicht die gehörigeVollkommenheit haben. Alsdannist das Frühe nickt zugleichauch zeitig. Wenn man Obstfrüh (vor der gehörigen Zeit)abpflückt, so ist es unbrauchbar.Man muß es zeitig abnehmend. i. nicht vor und nicht nach dergehörigen Zeit. Da nun Obst,das seine gehörige Zeit erreichthat, reif ist; so istzcitig auchmit reif sinnverwandt. (S-Reif >c.) Zeitiges Obst wirdauch anstatt reifes gesagt.Frühzeitig ist eine Sache, dievor der gewöhnlichen Zeit Reifennd Vollkommenheit erlangt hat-Ein frühzeitiger Gelehrterhat eine Gelehrsamkeit, die inseinen Jahren gewöhnlich nochnicht statt findet.

rühling. Frühjahr. Lenz,ü. Die JahreSzert die auf, dmWinter folgt. V. Frühlingund Frühjahr weisen auf eineJahreszeit hin, die v 0 r den übri-gen vor l,ergeht (S. Früh >c.),und zeigen an, daß man sich rie-se Jahreszeit als de» Anfang desJahres gedacht habe. Früh-ling aber bezeichnet bestimmtden Abschnitt des Jahres zwischenderjenigen Nacktglcichc, nach wel-cher die Lage zunebmen, bis zumlängsten Tage. Frühjahr be-zeichnet nur den Anfang des Jah-res überhaupt, ohne genauereZeitbestimmung, im Gegensatzgegen Spatjahr. Hierin liegtauch vielleicht der Grund, war-um Frühling edler ist, als§ r ü hjahr. Lenz wird ab-geleitet von Lau und Leine»,schmelzen; und bezeichnet daherden Frühling von Seiten der «ie-derkehrendeu Wärme, die Schneeund Eis schmilzt. Da die«die Seite ist, die zuerst i» dieAugen fallt, - so ist Lenz ohneZweifel das älteste Wort- Aberwegen seiner dunklern' Abstam-mung ist es durch die bepden an-dern , deren Zusammensetzungdeutlicher ist, ans der gewöhnli-chen Sprache verdrängt. ThciiSdeswegen, theils wegen des schö-nen Bildes der.fwiedcrkehrendmWärme, die alles neu belebt, isteS ein guter poetischer Ausdruck.

Sich Fügen. Sich Schicken,u. Kommen in dieser uneigentli-chen Bedeutung überein: einemDinge nicht zuwider seyn. D>Sich Schicken wird schon vrndem gesagt, was einem Dingebloß nicht zuwider ist. Sich§>"gen