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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
142
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Fra 142 Hre

Frau. Weib. ü. Eine Perlonweiblichen Geschlechts. V. Weibbezeichnet bloß bas Geschlecht;Frau auch den Stand!. nämlicheinen hbhcrn Stand. Es ist beydem weiblichen Geschleckte, wasHerr bey dem männliche» ist,wie auch die Verwandtschaft m tFrey andeutet« Bey uns wirdLader eine Person weiblichen Ge-schlechts eine Frau genannt,wenn sie verheurathct ist, abernicht darum, weil sic alsdann inder Ede lebt (welchen BegriffGattin anzeigt); sondern dar-um, weil sie dadurch, als dasweibliche Haupt der Famisie unddes Hauswesens, in den Standder Herrschaft getreten ist.

Frech- Unverschämt Scham-los. zi. Derjenige, dem cs andem gehörigen Schamgefühl fehlt.Auch werden diese Pradicate denHandlungen beygelcht, die denMangel des Schamgefühls anrei-gen. V. Schaml 0 s ist derje-nige, der das Gefühl für Schamgänzlich verloren hat. Unver-schämt sagt weniger, nnd kannauch demjenigen bevgelegt wer-den , der sich nur darum nichtschämt, weil ihm die gehörige Er-kenntniß mangelt. Lin einfälti-ger Mensch ist oft so unver-schämt, in einer Gesellschaftzudringlich zu seyn, weil er vondieser Unschicklichkeit keinen Be-griff hat. Frech ist vielleichtdie Verstärkung von Frey, sowie noch jetzt das Betragen einesFrauenzimmers frev genanntwird, wenn es an das Frecheangrcnzt. Alsdann bedeutet esdenjenigen, dw sich an die Ge-setze der Sittlichkeit und Anstän-

digkeit, und au die Urtheile d«Menschen nicht bindet, sinder»mit einem Betragen, wodurch eidies an den Tag l-gt, jederman»frei) und ohne Scheu unter dHAugen tritt. Durch Hinweis»»-auf diesen vcrabscheuungewürd»ge»Trotz unterscheidet sich Frechvon den beyden andern Wörter»; lobgleich ein solcher Trotz nur dt»!Mangel an Schamgefühl nwz-lick »t.

Fremder Auswärtiger.Ausländer, st. Diese Wimter rönne» wir gebrauchen, u»,!einen Maischen zu bezeichnen, tn!nicht aus Einem Lande mit n»j iist. V. AuslaIIeer druckt MI!dies aus. E>n Auswärtiger!ist aber auch schon d-rjciiige, dernur nicht aus cin.m Orte mituns ist. Ich habe aus wärt»gen Besuch, wenn mich jemand >besucht, der in einer andern Siait >wohnt, als ich; beyde Städtegen in Einem Lande liegen, oda ;nicht. Jeder Ausländer undjeder Auswärtiger ist ei»Fremder; aber auch außerdemnoch derjenige, der kein Mitglied»reines Hanfes ist. Ich HaieFremde, wenn Personen br»mir sind, die nicht zu meinem jHause gehören, sie mögen »»» ^mit mir in Einem Orte wohne»,od^ nicht- Ja, das Worl ^fremd wird in so weiter Bede»>'tung gebraucht, daß cs in Bezie-hung ans mich alles das «»zeigt,was nicht zu meiner Person selbstgehört. Ich reite ein fremdetPferd, heißt bloß: ein Pferd,was nicht mir, sondern einem an-der» gehört. Da wir mit demFremden weniger bekannt sind,

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