Druckschrift 
Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

Fast iZ2 Fan

beugebuug und kein Colo»rit. Farbenmischungbedeutet eine jede Vereinigungniedrerer Farben, sic mögen nunin ihrer Vereinigung unterschiedenwerden oder nicht. Farbenge-bung bedeutet eigentlich die Hand-lung, wodurch man einem Ge-mälde Farben giebt, »nd melornvmisch auch diese Farben selbst.Diese Farbengebung h ißt Colo-rit, sofern die Faibcn zu einemschönen Ganzen zusammengesetztsind, wodey die Natur nicht bloßuachgeahmt, sondern auch ver-schönert ist. Dis gewählten Kupferin einem Wirke über die Natur-geschichte können eine gute Far-bengebung habe», wenn dieFarben, die die Gegenstände inder Natur haben, richtig nach-geahmt sind. Die Gemählde einesRubens aber habe» ein schönesCol orit.

Fast« Beinahe. ü> BevdeWörter bezeichnen die größte An-näherung an Etwas. D Fastwir- von einem wirkliche» Dingegesagt, an welchem nur etwasweniges seblt. Ben nabe aberauch von dem, was noch nicktwirklich, aber dem Wirküchwerdeuso nabe ist, oder war, daß nur et-was Weniges daran fehlt. Ichhabe fast mein ganzes Feld mitWaizcn bestellt; ich hätte ihnaber beynahe wieder umpflüzenmuffen.

§a»I. Träge. Lässig. Fahr,lässig. Nachlässig, phleg-matisch. Verdrossen, ü.Wer es au der gehörigen Thatigrseit fehlen läßt. D. Faul be-zeichnet den höchsten Grad diesesMangels, und zwar mir dem

Nebknbegriffe, daß dieler Mangelnicht aus zufälligen, äußer» Grün-den, sondern aus der inner», fort-dauernden Beschaffenheit des F a urle» entstehe. Denn Faul be-deutet ursprünglich so viel alsschlecht, verdorben, z. B. fauleAepfel i wer aber seine Kräfte garnickt auwende» mag, der ist ei»völlig unnützer, unbrauchbarerMensch. Träge bezeichneteinen geringer» Grad von Untha-tigkcit der Kräfte, als Faul.Der Träge handelt zwar, aberlangsam und schleppend; gleich-sam als wenn er e,»e große Lastziehe» und mit sich fortziiscklerxc»hätte. Denn wahrscheinlich kömmtdies Wort her von Trecken, zie-hen. Lässig hat den Ncben-begr-ff: daß es demjenigen, vondem cs gesagt wird, an dem»thigen Eiter fehle. Wer ein Ge-schäft nicht las sitz betreibt, derbetreibt cS mit Eifer und scheutkeine Mühe, und keine allenfallsauch vergeblichen Sckritte.Der Phlegmatische ist untkä-tig, weil er n, empfindlich ist ge-gen die augencbn cn «nd uuangc«nehme» LindrüLe der Dinge, sodaß er dadurch nicht leicht zumHandeln gereizt werden kann.Verdrossen wird vcn dem ge-sagt, der es aus innerm Verdruss«über die zn verrichtende Arbeit auder gehörigen Thätigkeit fehlenläßt; welcher Verdruß sich gewöhn-lich cinfindct, wenn man eine an-haltende Arbeit verrichten soll,wozu man keine innere Liebe undkeine äussere Aufmunterung hat-Nachlässig ist derjenige, dercs au der gehörigen Tdatiakcit insofern fehlen läßt, als er nicht

tie