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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
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Bes 7« Best

oder aus Unbekanntschaft mit demGetränke/ ein Glas mehr trinkt,als man vertragen kann. Wersich besoffen bat, der bat sichselbst zu dem Med herabgesetzt,und ist weit verächtlicher, als einandrer Betrunkner. Be-rauscht kann auch gesagt wer-de» , wenn der gedachte Zustanddurch kein Getränk verursacht ist.Dieses Wort deutet auf keine be>stimmte Ursache hin. Man kannsich Z. V. auch mit Opium be-rauschen; wo sich betrinkenund besaufe» nicht sagenläßt.. Trunken bezeichnetbloß-Hcn erwähnten Zustand, oh-ne auf die Handlung hinzudeute»,wodurch sich der Mensch in den-selben gesetzt hat, wie in de»übrigen Wörtern durch die Vor-sylbe Be geschieht. Daher, weildiese Handlung immer ein Fehlerist, ist auch Trunken daS edelste von diesen Wörter». Nurdie Heyden letzten Wörter könnenuneigentlich von dem Zustandedesjenigen gesagt werden, derwegen einer inncrn Empfindungoder Leidenschaft seiner Vernunftund seiner Sinne nicht mächtigist- Berauscht von Vergnü-ge», und trunken von Hoff-nung. Der Grund ist, weil dieseWörter n»f keine bestimmte Ur-sache der Verwirrung der Vor-stellungen Hinweisen.

Besorge. Sorgsam. Sorg-fältig. ü. Wer die übel, dieeiner Sache oder Person wider-fahren könnte», ängstlich vorhcr-sieht, und zu verhindern strebt-V- Besorgt und Sorgsambezeichnen mehr das ängstlicheDvrlmsehen der übel; Sorg-

fältig mehr das Bestreben, fiez» hindern. Von den beyden er-sten Wörtern aber druckt das er-ste eine» einzelnen vorübergehen-de», das andre aber eine» fort-dauernde» gewöhnlichen Austaudaus. Besorgt ist der, dem ei-ne Sache- gegenwärtig Gorgemacht. Sorgsam aber ist der,der gewohnt ist, für alles die ge-hörige Sorge zu tragen. De»»die Endfylbe sam zeigt an, daßder Gegenstand zu der Art vonDingen gehöre, denen der Be-griff des Hauptwortes zukommt;daß ihm also dieser Begriff fort-dauernd zukomme. Er ist einsorgsamer Arzt, und trifftdaher den seinen Patienten sehrsorgfältig alle nbthigcn An-stalten. Ich werde ihn dghrr zuRathe ziehe», weil ich jctzt fürmeine Gesundheit besorgt bin.

Bestehe». Scy». D-rse-fn.Wirklichkeit. ü> Diese Wör-ter komme» bloß darin überein,daß sie bas Pradicat auzeige»können, was einen, Dmge zn,kömnit, in sofern es nicht bloßmöglich ist. V- E>n Seyn wirdaber auch dem bloß Möglichen,ja, der bloßen Möglichkeit selbst,ziigcschriebcn. In dem Reichedes bloß Möglichen mag manchesseyn, wovon wir keinen Begriffhaben. Hier ist eine Möglich-keit. Die übrigen Wörterwerden bloß von dem gesagt, wasnicht bloß möglich ist. Ein sol-ches Ding aber wird entweder alswirkend gedacht, oder nicht.Im erste» Falle wird ihm Wirk-lichkeit, im andern Daseynbcygelegt. Denn ursprünglichnannte man eine Sache wirk-lich,