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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
59
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Begegnen. Zusammentref-fen. u. Deyses kam, von Diorgen gesagt werden, die an einenLrt. oder doch einander sehr na-be, kommen. V. Begegnenhat den Nebenbegriff/ daß dieL)inge von entgegengesetzten Sei-ten Herkommen. Zusammen-treffen hat diesen NebcugriffNicht. Wenn ich jemanden aufeiner Reise einhole, so treffe ichmit ihm zusammen, aber ichbegegne ihm nicht. Wenn eraber schon auf dem Rückwege ist,und ich treffe daun mit ihmzusammen, so begegne ichihm

Begehren. Wolken, ver-lange». wünschen. Lusthaben, tzich gelüsten las-sen. Lüstern se?n. Sichsehnen, ü. Sich bestreben,den Gegenstand einer Vorstellungwirklich zu machen. V. Be-gehren (von dem. Niederdeut-schen Giren) bezeichnet diesenBegriff im Allgemeinen und be-deutet daher jede Thätigkeit desBegehrungsvermogeus. Wol-len ist das vernünftige Begeh-ren : ob es gleich i>» gemeinenLeben oft für Begehren überhauptgenommen wird. Verlangen(von dem Niederdeutschen Lan«g e n ) heißt, einen der Zeit nachentfernten, noch nicht gegenwär-tigen Gegenstand begehren. DerKranke bezeugte ein großes Ver-lange», ein Glas Wein zutrinken, »nd als es endlich ge-bracht wurde, trank er cs mitgroßer Begierde. Wün-schen heißt, unbeschließend be-gehren, so, daß man dieses Be-gehren nicht auszuführen gedenkt.

Das kann z. B- der Fall seyn,wenn man sich bewußt ist, daßdie Ausführung unmöglich sey.Ich kann wünschen, meineJugend zurück zu haben f ich kannc» aber nicht im Ernste verlan-gen. Sich sehnen (von demalten 8-ne, Bctrübniß) bedeutetnach einem Gute» mit Betrübnißüber reffen Ausbleiben, verlan-gen, oder ein verlornes Gut mitBetrübniß zurückwünschen. Csist daher auch starker, als Ver-langen. Denn die Betrübniß,worauf es hinteutct, zeigt an,wie lieb uns der Gegenstand sey.Ich habe ein V e rl an g en, einenguten Bekannten wieder zu sehen,und sehne mich nach der Rück-kehr eines geliebten Freundes.Die übrigen Ausdrücke stammenab von Lüsten» welches nochjetzt im Niederdeutschen bloß be-gehren, verlangen bedeutet. Wenlüstet noch? herßt, wer begehrtnoch etwas? Zu etwas Lust ha-ben würde demnach bedeuten:eine Begierde darnach haben.Allein der jetzige Sprachgebrauchbat die Bedeutung dieses Aus-drucks dahin eingeschränkt, daß erbloß ein solches Begehren einerSache anzeigt, welches aus rei-nem , oder doch weit übernnegen-dem Vergnügen an derselben ent-steht. Man kann daher eine Sa-che begehren und verlan-gen, wenn man gleich keine Lustdazu hat (kein Vergnüge» dar-an findet), bloß, weil man siefür nothig oder nützlich halt.Von Lüsten ist Gelüsten dieVerstärkung und Lüstern dasJteratlvum- Gelüste» heißtalso eine sehr starke Lust wozuhaben.