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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
58
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Bef 58

einen Kranken vom Tode, be-freyet ihn von der Krankheitund erlöset ihn aus dem Bet-te, worin er von der Krankheitfest gehalten wurde.

Befugt. Berechtigt. u.Wer etwas thua oder lasten kam;,ohne eine Zwangspflicht z» verle-tzen. D.. Wenn ich eins freyeHandlung thun kann, ohne dieFreiheit Anderer willkührlich zubeeinträchtigen, so ist es fürmich rechtlich möglich ste zutbun, und für Andre rechtslichunmoglich sie zu hindern.Eine solche Handlung läßt sichalso von zwei Seiten anseden: i)von Seiten meiner, dem sie recht-lich möglich ist, und in sofernsagt inan: ich sen dazu berech-tigt; r) von Seiten Anderer,denen es rechtlich unmöglich ist,sie zu hindern; und in sofernsaat man, ich scy dazu befugtkAndre wüste» sich, wenn ich sieausnben will, darin füge«).

Befürchten. Besorgen.Fürchten, sj Bezeichnen dieV't> übniß, welche aus der Vor-stellung von dem Bcvorstehe» ei-nes Übels entspringt. V- Fürch-ten druckt diesen Gemütbszu-stand an sich selbst aus, ohne Be-ziehung auf einen Gegenstand,der ihn erregt- I» der Nachtfürchten sich die Kinder, sagtman, ohne einen Gegenstand zuneunen, der die Furcht erregt.

In Befürchten und Besor-gen bedeutet Be eine Bewegungin der Richtung H e r (S. B edien-ter). Diese Wörter wollen sagenseine Furcht und Sorge von ei-nem Gegenstände hernehmen.

Ich besorge und befürchteeine schlechte Erndte. Unter sich

Beg

sind die beyde» letzte» Wörterdem Grade nach verschieden. Be-sorgen bezeichnet den geringem,befürchten, den hohem Grad.Der Grad der Furcht hängt abernicht bloß ab von der Große des,bevorstehenden Übels, sondernauch von der Wahrscheinlichkeit,womit es vorhergeschcn wird.Wenn diese daher sehr gering ist,oder gar nicht Stakt findet, sowird besorgen gesagt. Wereine Reise unternimmt, kann wohlhe sorgen, daß ihm ein Unfallbegegnen werde, und sich deshalbgehörig versehe»; aber zu be-fürchten braucht er cs nicht,wenn keine Wahrscheinlichkeit da-zu verbanden ist.

Begegnen. Entgegen ge-hen. Entgegen komme»,i). Sich nach der Gegend hin be-wegen, von welcher ein anderesDing her kömmt. V> Entge-gen gehen und Entgegenkommen bezeichnen bloß die ge-dachte Bewegung; Begegne«aber hauptsächlich das Zusam-mentreffen mit dem andern Din-ge. Ich gieng oder kam ihmbis Leipzig entgegen; begeg-ne t e ihm aber nicht, weil er aufeinem Abwege neben mir vorbeygegangen war. Da Kommen sichimmer auf einen Ort bezieht,dem sich das Kommende nähert;so heißt entgegen kommen:jemandem bis au einen Ort ent-gegen gehe«, wo mau ihmbegegnet oder begegnen kann.Wenn ick einem, der noch mehrereMeilen vo» wir entfernt ist, zeb»Schritt entgegen gehe; sokann ich nicht sagen, daß ich ihmentgegen gekommen bin.

Be-