Die Scene stellt eine wild romantische Gegend dar. Im Hinter-gründe Gebirge, vor denselben, durch verschiedene Felsen derSpiegel eines Sees sichtbar.
Erster Auftritt-
Kranz (im Reitanzuge am Boden liegend und heftig nachder Coulifse links rufend). Heda! Fräulein Sommer! —Heinrich! — So rennen Sie doch nicht wie die wildeJagd weiter, ohne sich nur umzusehen, wenn ein Mit-mensch alle seine Rippen zerbrochen hat!
Johanna (hinter der Scene, ein schallendes Gelächter aus-stoßend). Da liegt er am Boden! — Heinrich, nehmenSie mein Pferd am Zügel — fangen Sie das des HerrnKranz ein. — So! — (Johanna, im Reitanzuge, tritt aus.)Aber, Herr Kranz — im Trabe vom Pferd herabzufliegen— das ist, glaube ich, noch nicht dagewesen, so lange dieWelt steht. Das müssen Sie mir nachher durchaus nocheinmal vormachen.
Kranz. Im Trabe? im Trabe? — lachen Sie nur,Fräulein Sommer. Mein Pferd war dicht hinter demIhrigen — da scheute es vor der verfluchten Klippe daund stand auf einmal so kerzengerade in der Luft, wieein Bär, der auf zwei Beinen tanzt. — Ja, wenn ichnur an mich gedacht hätte! Sie trabten nur einen ein-zigen Schritt vor mir her — eine Secunde noch, dannwäre mein schwerer Brauner über Sie und Ihren kleinenSchimmel zu Fall gekommen. — O, ich mag gar nichtdaran denken, was für ein Unglück dann geschehen wäre.