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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Sittenverderbens; er war es am wenigsten Key einem Volke,welches unter freundlichem Himmel, im Schooße einer an-muthsvollen, alles Gute reichlich spendenden Natur, von zart-fühlenden Schwärmern im Genüsse des Lebens und der Liebeallenthalben umgeben, fortdauernd in einem romantischen Auf-schwünge erhalten wurde. Schwerlich möchte es daher zu be-zweifeln seyn, das? die Spanier unter den Arabern nicht nurVieles von gothischer Rohheit und Steifheit verloren, sonderndaß sich auch ihre Sitten gebessert, verfeinert, veredelt haben.Die bilderreiche Sprache ihrer neuen Gebierher wurde auch balddie ihrige; mir ihr entwickelte sich in ihnen, bey ihrer ange-bornen Gemächlichkeit, sehr schnell auch das Vermögen, nachArt der Orientalen zu empsinden, und die Dinge außer sich,zarter und liebreicher gestaltet, auszufassen. Die Araber, welcheabenteuerlicher Heroismus aus Afrika nach Spanien getriebenhatte, pflanzten denselben, mir Galanterie verbunden, aufihre Nachkommen fort, und diesen fehlte es nie an Gelegen-heit, sowohl jenen als diese in dem eroberten schönen Lande zuüben und auszubilden. Die Spanier waren häufig Zeugen undBewunderer der Thaten, zu welchen ihre orientalischen Lan-desgenossen bald von dem einen, bald von der andern warenbegeistert worden; der heroische Geist war unter den letztengordischen Königen in ihnen erloschen, die Deyspiele der Araberweckten ihn wieder, und der sinnliche Cultus der Kirche hattesie vorbereitet, auch das Romantische derselben in sich aufzu-nehmen. Beydes zusammen erzeugte in ihnen jenen hohen Rit-tersinn, welcher, das Niedrige, Schlechte und Schändliche ver-achtend, auch auf ihren sittlichen Wandel wirksamen Einflußgewann. Er ward genährt und verstärkt durch den Reiz derarabischen Poesie, in welcher Stärke und Zartheit, Religio-sität, Heldenmuth und Liebe in schönster Harmonie vereinigtsich offenbarten; die ehemahls herrschende Kirche war jetzt disgedrückte, die erschlafften Zügel ihrer Zucht hinderten die Spa-nier nicht, die Schriften des Moslemin zu lesen, und an denschönen Schöpfungen des orientalischen Genius sich zu erbauen,

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