Vorrede.
Aa die Regeln einer Wissenschaft ihr volles Lichterst dann erhalten, wenn wir Bey spiele erblicken,woran wir klar erkennen, nicht nur wie die Regelnbeobachtet wurden, sondern auch, welche schöne Wir-kung dadurch hervor gebracht ward: so hat man dießbey einer Theorie der Redekunst um so mehr fürzweckmäßig und nöthig erachtet, als die darstellende Be-redsamkeit eine praktische Tendenz hat, folglich zur voll-ständigen Ausbildung desjenigen, der in der stylischenDarstellung sich üben will, gelungene Muster darbie-then muß, aus welchen er die Anwendung derRegeln erlernen kann.
Man war daher bedacht, dem Kunstjünger nichtnur auserlesene Muster aus dem klassischenAlterthum, sondern auch von den ausgezeichne-ten Schriftstellern der neuern Zeit, undzwar durch alle Formen prosaischer Darstellung,mit Beobachtung des stufenweisen Ganges vondem Leichtern zu dem Schwierigere, vorzulegen, da-