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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Briefe.

i. Cicero an Atticus *).

^erentia schreibt mir oft und in den lebhaftesten Ausdrücken,wie große Verbindlichkeiten sie dir habe. Ich bin dir herzlichdankbar dafür; fühle mich aber so elend und von meinem Schmerzeso ganz überwältigt- daß ich nicht weiß, was ich dir schreibensoll. Bist du noch in Rom, so kannst du mich nicht mehr ein-hohle»; bist du schon unter Weges, so werden wir bald münd-lich überlegen, was zu thun ist. Ich bitte dich nur, da du dochimmer mich selbst geliebt hast, daß du mir diese Liebe fer-ner erhaltest. Ich bin noch eben derselbe: meine Feinde habenmir nur das Meinige, nicht mich selbst genommen. Lebe wohl! **)

2. Cicero an seine Gattinn und Kinder.

Ich schreibe euch nicht so oft, als ich konnte, aus dereinzigen Ursache, weil ich, obschon ich mich auch zu jeder andernZeit unglücklich fühle, doch, so oft ich an euch schreibe, odereure Briefe lese, so unmäßig weinen muß, daß ich es nicht er-tragen kann. Wollte Gott, das Leben hätte weniger Reiz fürmich gehabt, gewiß hätte ich dann gar nichts oder doch nichtviel Böses in meinem Leben gesehen. Sollte mich das Glückzu einiger Hoffnung, auch nur einen Theil des verlornen Wohl-standes wieder zu erobern, aufgespart haben, so wäre der Jrr-thum am Ende so gar groß nicht. Ist aber mein Schicksal durch

*> Aus der Verbannungszeit.

**) Die Übersetzung dieses und der folgenden Briefe Cicero'S istvon Wieland.

Philosoph. Abtheil. VI. Band.

D