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Kunst und Gewerbfleiß beförderte die Bevölkerung. Beyder Übergabe Sevilla's an die Spanier zogen vier hundert tau-send Araber aus der Stadt/ in welcher sechzehn tausend Sei-denstühle hundert dreyßig tausend Menschen beschäftigt hatten.Sevilla's Stadtgebieth war mit ein hundert tausend/ theilsDörfern, theils Meierhöfen bebauet. Cordova bewohnten zweyhundert tausend Familien, welchen sieben katholische Kirchenund sechs hundert Moscheen zur Andacht, neun hundert öffent-tliche Bader zur Bequemlichkeit dienten. Überhaupt enthieltdas arabische Spanien, der fruchtbarste und reichste Theil desLandes, unter den Omaijaden achtzig große Städte, drey hun-dert von dem zweyten und dritten Range. Allein an des Qua-dalquivirS beyden Usern lagen zwölf tausend Dorfschaften ; undvon dieser auf das höchste getriebenen Culcur des Landes, vondiesen ehrwürdigen Denkmahlen des menschlichen Fleißes, warendrey hundert Jahre nach dem Untergange der Omaijaden, Mo-raviden und Mohaden kaum noch einige Spuren vorhanden; sogrimmig hatte der von erbärmlicher Sraatskunst unterstütztekirchliche Fanatismus gewürhet.
Bey so ungeheurer Volksmenge mußte schon der innereHandel sehr bedeutend seyn; durch die politische Verbindungder Omaijaden mit den byzantinischen Kaisern war es der aus-wärtige noch mehr; rohe Seide, Seiden- und Wollen-Fabri-cate, Ohl, Zucker, Quecksilber, Eisen in Stangen und man-nigfaltig verarbeitet, waren die Hauptzweige desselben. Am-bra, Agt-und Magnetstein, Rubinen, Krystall, Spießglas,Wißmuih, Schwefel, Saffran, Myrrhen u. dgl. schafftendurch die Menge beträchtlichen Gewinn. Die Waaren gingennach Afrika, Ägypten und nach dem Orient. Für die Maure-tanier wurden alle Theile der Waffenrüstung in Spanien ge-schmiedet, Granada und Bäza lieferten ihnen die kostbarstenSeidenzeuge, Murcia die feinsten Wollenstoffe.
Echter, redlicher Fleiß, den bas Jahrhundert der Aufklä-rung nur zu häusig mit Specularion auf List und Betrugverwechselt, war nie der Vater des Lasters und allgemeinen