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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Sentenzen, Aphorismen und Maximen.

Plato*).

^o oft man über irgendeine Sache gehörig rathschlagen will,muß man zuvörderst wissen, worüber der Schluß soll gefaßtwerden. Ohne das verfehlet man nothwendig seines Zweckes.Den Meisten bleibt verborgen, daß sie mit den Beschaffenhei-ten der Dinge nicht bekannt sind. Dieser Unwissenheit sich'nichtbewußt, unterlassen sie beym Anfang der Untersuchung, dieeigentliche Streitfrage zu bestimmen, und gerathen, weiter ge-hend, natürlich, daß keiner weder mit sich selbst, noch mit demAndern übereinstimmt.

Es gibt kein größeres Übel, als das, wenn Einer zumFeinde vernünftiger Erweise wird! Solche Feindschaft entstehtaus derselben Beschaffenheit der Seele, aus welcher die Men-schenfeindlichkeit entsteht. Diese schleichet ins Herz des Men-schen ein, wenn er zu leicht, ohne Menschenkenntniß, einemglaubt, ihn durchaus für wahrhaftig, aufrichtig und treu ge-halten, bald nachher aber ihn bös und treulos, dann wiederanders erfunden hat. Widerfährt Einem das oft, dazu an sol-chen, die man für die traulichsten und herzlichsten hielt; wirdman inne, daß man auf solche Weise angelaufen sey: so Hasserman zuletzt Alle, und geräth auf den Wahn, daß an keinemirgend etwas Gutes sey.

Alle beschwerlichen und gehäuften Arbeiten gehören für dieJugend.

Wo der Reiche und der Reichthum in einem Staate an*) Übersetzt von Stvllberg und Fähse.