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dem es nur um Vergrößerung seines Gebieths, nicht um dessenweise Regierung, um Erweiterung seines Besitzes, nicht umden rechten Gebrauch dessen, was er besitzt, zu thun ist. —Wissenschaftliche Cultur, und religiöse und moralische warenin diesem Zeiträume wenig verbunden ; jene stieg und diesesanken.
Verfassung und Sitten der alten Deutschen.
Von Johannes von Müller.
Die meisten Verfassungen hatten folgende Grundzüge: DieGewalt ging aus von der Gemeinde aller freyen Männer; siewählte; sie forderte Bericht und Rechenschaft. An Neumondenund Vollmonden (dieses Gestirn war der erste Kalender) kamsie zusammen; bewaffnet — Waffen waren das Merkmahl derFreyheit; lieber setzten sie sich der Gefahr des Mißbrauchesaus, als daß einer ohne Waffen erschienen wäre. Der Ge-meinde standen Priester vor; nur Gott war der allgemein ge-fürchtete Herr. Sie legten Stillschweigen auf; der Fürst (derErste, Vorderste) trug vor, wozu sie berufen seyen. Die Al-ten, welchen lange Jahre Erfahrung gaben, die Adeligen,die von Vorvätern erblich wußten, wie der Gau zu verwal-ten, welche Rechte zu behaupten, und wie dem Nachbar Vor-theile anzuhaben wären, redeten einfach, kurz, nachdrücklich,mit wahrer oder scheinbarer Offenheit. Spuren dieses Alter-thums dürften noch in Sprichwörtern seyn, welche hin undwieder in die ersten Gesetze ausgenommen worden; Stärke desSinnes und ein, das Gedächtnis; erleichtern sollendes Zusam-mentreffen gewisser Töne und Worte zeichnen sie aus. DasWaffengeklirre gab den Beyfall, Zischen und Gemurmel Ver-werfung des Vortrags zu erkennen. Die hohen Verbrechender Verrätyerey, Feigheit und was sonst entehrend schien, kamenhier zum Urcheile vor.
Die alten Deutschen hielten für gut, Verbrechen durchöffentliche Bestrafung zu Gegenständen allgemeinen Abscheues