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chen der Chevalerie betrachtete, auf die deutschen Ritter; seinesüdlichen Provinzen durch ihre Lehensverbindung mit dem deut-schen Reiche, und seine nördlichen durch die Kreuz - und Rit-terzüge, auf welcher deutsche und französische Ritter häufig inGemeinschaft mit einander lebten. Und auf welchen Theil vonDeutschland mußte dieses Muster stärker wirken, als auf Ale-manien in seiner Nachbarschaft? Seine Ritter strengten sich,wie es scheint, am meisten an, den proven^alischen und fran-zösischen in keinem Stücke nachzustehen; der ganze deutscheAdel ward zuerst in Alemanien, und darauf nach seinem Mu-ster in den übrigen Provinzen Deutschlands, hier mehr, dortweniger, poetisch. Durch das viele Reimen ward die schwä-bische Mundart immer reicher, geschmeidiger, mahlerischerundharmonischer; sie kam in einen schönen Einklang mit den er-wachten zärtern Gefühlen ; sie ward eine milde und sonoreHof-und Dichtersprache. Mit den Poesien ging sie in die mei-sten Gegenden von Deutschland über, und gelangte zu demVorzüge einer allgemeinen Schrift - und Büchersprache; sie setzteunvermerkt manche ihrer Eigenthümlichkeiten in die übrigenDialecte Deutschlands ab, und nahm dagegen wieder manchesEigenthümliches aus jenen, oft nicht zum Vortheile ihrer Milde,an; doch wurden alle deutsche Dialecte dabey reicher.
Der Ruhm der deutschen Ritterdichter fing mit dem Endedes zwölften Jahrhunderts an, und dauerte etwas über hun-dert Jahre, bis gegen Ende des dreyzehnlen Jahrhunderts,ungefähr vom Jahre 1170 bis » 3 c>o. An der Spitze der vor-handenen steht Friederich von Waldeck, der um das Jahr >170sang. Häufig hielt man an den ersten Fürstenhöfen poetischeTurnier«, wovon noch eine Probe an dem Kriege auf Wart-burg vom Jahre 1207 übrig ist. Die Dichter reisten auf Ge-sang an die ersten Höfe. Am blühendsten war die deutsche Rit-terpoesie unter Friedrich dem Zweyten. Die Sprache hattedurch die lange Übung hervvrstehende Vollkommenheit, Deutsch-land durch den fortgesetzten langen Umgang mit dem Orienteund den übrigen Reichen von Europa eine» Reichthum von Be-