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und Milde, von dem Wohllaute und dem feinen Tone, von derEinfalt, Kühnheit, Kraft und Regelmäßigkeit, als die ale-manische in den Minnesängern zeigt, kann nicht mit EinemMahle entstehen; ihr gebildetes und feines Lebensalter setzrein ungebildetes und plumperes, und einen stufenweisen Über-gang aus einem in das andere voraus. Und reimten nicht in an-dern deutschen Dialecten, im fränkischen und niedersächsischen,von jeher Dichter? Und der Alemanier auf seinem fruchtbarenBoden und von einer strichweise reizenden und romantischenNatur, die nicht ohne Einfluß auf den Geist des Menschenbleiben kann, umgeben, sollte nicht in einfach roher Poesie,wie seine deutschen Brüder, die auf rauhern Strichen wohn-ten, seinen frohen Sinn geäußert, und nicht durch anderegeistige Versuche sich und seine Sprache fortgebildet haben?weil das Schicksal es nicht wollte, daß ein Bruchstück seinerschriftlichen und poetischen Übung auf unsere Zeiten kommen sollte.
Durch solche Übungen, die wir vermuthen müssen, hattesich die schwäbische Mundart Wohllaut, Lieblichkeit und sanf-ten Ton, eine angenehme Milde, Fülle für das Ohr durch dievielen Selbstlaute, Reichlhum durch Freyheit der Zusammen-setzungen, Kürze durch Abkürzungen und Auslassen entbehrlicherWorte, Bildsamkeit und Geschmeidigkeit für die verschiedenenAbstufungen der Empfindungen und Leidenschaften, etwas Sinn-liches, Mahlerisches, Starkes in Beywörtern zu sinnlichenund starken Zeichnungen, wahre Jugendkraft zu einem raschen,öfters regellosen Gang jugendlicher Empfindungen, erworben.Allerdings war sie damit noch lange nicht vollkommen. Beyaller ihrer Lieblichkeit und Milde kommen in derselben nochviele gehäufte harte Consonanten, widerwärtige Hoch- undDoppellaute, und tiefe Vocale vor; noch ist sie ohne feste Re-geln; oft gesetzlos in Grammatik, in Beugungen der Wörterund im Sylbenmaße; doch daß vielleicht diese Regellosigkeitihr eine größere Stärke gab.
Auf diese Weise zu der Dichtkunst vorbereitet, nahm derdeutsche Adel Theil an der Chevalerie, und gelangte durch die-