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alles Hinsinken der ersterbenden Kraft und alle GeißelhiebeKatt Erquickung und Schlummers; alles Wimmern der sichsträubenden Todesangst, und alle Stille der dahin gegebenenVerzweiflung. Las Casas stand, als sollt' ihn das Entsetzenvernichten. Er dachte jetzt nicht den Heiligen, den Gerechten,vor dem keine Finsterniß deckt und kein Flügel des Lichtes sichert;voll des innigsten, tiefsten Erbarmens, dacht' er nur das end-lose Elend aller dieser Tausende seiner Brüder. — Da derEngel ihn sah, wie die Reue mit allen ihren Nattern ihman die Seele fiel, und wie er das Kleinod seiner Natur, dieUnsterblichkeit, hätte geben mögen, um seine Schuld zu vertil-gen, da entfloß auch ihm eine Thräne.
Aber eine Stimme vom Heiligthum her, sanft und liebreich,wie eines versöhnten Vaters, geboth demEngel: Zerreiß dieRolle!
Und der Engel zerriß sie, und ihre Trümmer flogen hinin die Vernichtung. Getilgt, sprach er, sind deine Schwach-heiten vor Gott. Aber geschrieben steht vor seinem Angesichtemit Zügen des Lichtes dein Nähme. Wollt' er Fehler ahnden,wie deine Fehler: so wäre deiner Brüder keiner gerecht vorihm, und leer und bürgerlos bliebe sein Himmel. Er hat See-len in Staub gesenkt, damit sie durch Jrrthümer zur Wahr-heit hindurch brächen, und durch Fehler zur Tugend, durch Lei-den zur Glückseligkeit.
Nimm mir, nimm mir, schluchzte Las Casas, dem miteiner Thränenfluth die Stimme zurück kam, nimm mir, wenndu's vermagst, die Erinnerung jener That, oder ich werde ewigmein Gericht in mir selber tragen. Zerreiß, wie du diese Rollezerrissen hast, auch das Andenken an sie hier im Innersten mei-nes Herzens; oder selbst in der Gegenwart Gottes werd' ichden Himmel suchen, und, der Seligkeit im Schooße, nachRuhe jammern.
Sterblicher, rief der Engel , wo ist Seligkeit, als in dir?als in deiner eigenen Seele? Und worin sonst kann sie dir.Endlichen, blühen, der du nie ohne Fehl und Jrrthum seynkannst, wie Gott, als daß du dich wirksam zum Guten süh-