Verstandes zu verläugnen und die gröbsten Ungereimtheitennicht allein zu glauben/ sondern auch als heilig zu verehren.Aber eben den menschlichen Wissenschaften ist es, unter denvon der göttlichen Vorsehung gebrauchten Mittel»/ hauptsäch-lich und zuerst mit zu verdanken, daß in einem großen Theileder christlichen Welt zuerst angefangen worden/ dieses Joch/welches die menschliche Narur schändete/ abzuschücteln ; und dasWesen der Religion bringt es mit sich, daß allemahl ihr Werthdesto einleuchtender und ihre Kraft desto nützlicher 'wird, jemehr der Verstand den Umfang seiner Erkenntnis; erweitert. AlleWahrheit ist ursprünglich von Gott, und keine kann der andernwidersprechen oder nachtheilig seyn; sondern in ihrer Verbin-dung wird eine durch Hülfe der andern klarer, gewisser undwirksamer. Die bessere Einsicht in die unermeßliche Größe desWelkgebaudes, in die unwandelbare Regelmäßigkeit seiner Be-wegungen , in die bewundernswürdigen Zusammensetzungenund Kräfte der natürlichen Dinge, machen nothivendig denSchöpfer und Erhalter der Welt in den Gedanken überlegenderMenschen so viel größer und anbethenswürdiger; richtigere Be-griffe sowohl von den Eigenschaften des höchsten Wesens, als- von den Anlagen und Fähigkeiten der menschlichen Seele zeigenuns so viel einleuchtender unsere Verbindlichkeiten gegen denliebenswürdigen Gott, mache» unsere Andacht vcrnunftmaßi-ger, reiner und edler, verwandeln die knechtische Bangigkeitin freudige Verehrung und willigen Gehorsam. Ein deutlicherund ausgebreiketer Blick aus die Begebenheiten der vorigenZeit entdeckt uns so viel merklicher die beständigen Spurender überall waltenden Vorsehung. Lauter Vorrheile, die unsGort zum Besten der Religion dadurch zuwendet, daß erWissenschaften aufkommen läßt und für ihren Fortgang sorgt.So gut ist es für uns Menschen, daß Gort uns Erkenntnißgibt, daß er durch seine weisen Veranstaltungen Wissenschaf-ten unter uns erhält und vermehrt.
Nur muß auch von unserer Seite das geschehen, was unszukommt. Bey allen dem, was Gott hierin an uns thut; bey