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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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allen den Kräften, Mitteln und Erweckungen, die er uns dar-reicht, zu Verstand und Einsicht zu gelangen, bleibt doch im-mer unsere Aufmerksamkeit, unsere Anstrengung, unser eigenerFleiß in der Anwendung dieser Kräfte, dieser Mittel und Ge-legenheiten, nolhwendig. Wahre wesentliche Vortheile vernünf-tiger Geschöpfe können nie anders, als durch ihre eigene Thä-ligkeit erlangt werden. Darum ist müßige Trägheit, Vernach-lässigung und eitle Zerstreuung des Gemürhs, die offenbar dasAufkommen und Zunehmen der Erkenntniß hindern, doppeltstrafbar, theils als Widersetzlichkeit gegen die Absichten Gottes,die dadurch! in so weit vereitelt werden, theils als Storung un-sers eigenen Besten, welches aus einer nützlichen Aufklärungentstehen würde.

Aber auch da, wo schon wirkliche Wissenschaft ist, wirdder Gedanke an Gott, als den Urheber derselben, wenn er inseiner ganzen Wahrheit und Lebhaftigkeit dem Gemürhe gegen-wärtig bleibt, den wichtigsten Nutzen stiften. Wir werden danndesto weniger den Dank vergessen, den wir der Quelle allesGuten schuldig sind. Und wer dieß mir Ernst bedenkt, der wirdauch hierbey mit einem so viel stärkern Eindrücke seine gänzlicheAbhängigkeit von Gott empfinden. Dieß würde diejenigen Be-scheidenheit lehren, die freylich den Werth dieser Tugend ambesten kennen sollten und denen doch oft so viel daran fehlt,diejenigen nähmlich, die durch Wissenschaft und Einsicht überAndere erhaben sind, oder auch nur über sie erhaben zu seynglauben. Wer machte euch, ihr, die ihr euch weise dünkt, wermachte euch zu dem, was ihr seyd? War es eure Wahl undAnordnung, daß ihr mit den Anlagen einer stärkern Verstandes-krast gebildet wurdet und auf die Welt kämet? Schafftet ihrselbst die Verbindung der Umstände, die zu eurer bessern Er-ziehung und Unterweisung dienten? Stand es in eurer Gewalt,alle die Hülssmittel und Gelegenheiten im voraus einzurich-ten, die euch in euern Erkenntnissen weiter brachten, alsden, ohne seine Schuld, Einfältigen neben euch, den ihr ineuerm gelehrten Stolz so übermükhig verachtet? Ihr würdet