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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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zu machen. Freyli'ch, Menschen, die nie die Rechte ihrer Mensch-heit kennen lernen, die lassen sich am leichtesten wie Thierebehandeln, und die schleppen, wenigstens eine Zeit lang, destomehr mit einer dummen Unempfindlichkeit das unwürdige Jochder Unterdrückung. Aber dann entbehren sie auch unzähligeglückselige Vortheile, die der Schöpfer für sie, als vernünf-tige Creaturen, bestimmt hat und die ihnen aus der gesellschaft-lichen Verbindung erwachse» könnten. Hingegen da öffnen sichmannigfaltige Quellen der höher» Annehmlichkeit und des edel-sten Vergnügens, wo der aufgeklärte, geübte Geist frey umsich sieht; wo er das wissen darf, was zu seinem Besten dient;wo er die Natur kennt, um ihre Güter nützen zu können;wo ihm seine Befugnisse sowohl als seine Pflichten einleuchten;wo er begreift, was die Ordnung und das Glück der Gesell-schaft erfordert; wo er aus dem Alterthume und der GeschichteKlugheit und Muth lernt; überhaupt, wo Kenntnisse sich aus-breiten und die Seele erheben. In dem Maße, als wahrerVerstand unter den Menschen zunimmt, in dem Maße wirdauch ihr Leben glücklicher. Mißbrauch und murhwillige Verder-bung der Wissenschaften ist ganz etwas anders, als die Wissen-schaften selbst.

Allein es ist noch etwas, was uns hier weit näher an-geht, als die irdischen Vortheile des Wissens und der Einsicht.Die Religion selbst, die höchste und wichtigste aller menschlichenAngelegenheiten, hat einen überaus großen Gewinn von derVorsorge, womit Gott Erkenntnis; gibt, erhält und ausbrei-tet. Lasset uns ja den ungegründeten und schädlichen Gedankenverbannen, als wenn der Glaube und die wahre VerehrungGottes das Licht der Aufklärung scheuen müsse. Es hat solcheunglückliche Zeiten gegeben, wo es Andacht hieß, unwissendzu seyn ; wo an der einen Seite arglistige, eigennützige Herrsch-sucht sich am besten dabey befand, die leichtgläubige Einfaltder Menschen nach seinen Absichten zu leiten; und wo an derandern Seite die Gemüther in der dicksten Nacht des Aberglau-bens sich ein Verdienst daraus machten, den Gebrauch ihres