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sagt? behauptet nicht auch der Geist über den Leib und dieTheile desselben eine unverkenntliche Herrschaft? zeigt nichtder Geist eine eigene Bestandheit? Wenn nach mehreren Jah-ren der Leib etwas durchaus anders geworden ist, fühlt sichder Geist dann nicht noch immer als derselbe und übersiehtseine Zustände ? bildet er sich nicht selbst im Wahnsinne mit er-staunlicher Kraft eine neue Welt? bleibt der Künstler, wennsein Werkzeug verdorben, ja wenn es zerschmettert wird, nichtdennoch Künstler? braucht er um ein neues Werkzeug so bangezu seyn? Mag ich doch mein gegenwärtiges Werkzeug verlie-ren, ich habe ja die Unendlichkeit vor mir, und in ihr Aus-sicht auf mannigfaltige Mittel des Ersatzes; mag doch derSchlaf, mag Krankheit und der Tod meine geistige Wirksam-keit unterbrechen, ich habe ja die Unendlichkeit vor mir, mitwelcher verglichen, jene kleine Hemmungen fast wie nichts ver-schwinden. Wir werden nicht vergehen! Wir sind ja einer un-aufhörlichen Ausbildung und Veredlung fähig. Mag ich dochdie Art derselben nicht ganz einsehen und bestimmen können;kann denn das Kind an der Brust der Mutter nur dunkelträumen, was es hienieden noch wird; ist es dem Säuglingenur möglich, seine künftige Reife, den künftigen Reichthumseiner Kenntnisse, das künftige Licht seiner Einsichten, dieWeite und Gewalt seines künftigen Wirkungskreises zu den-ken ? Wir können, wir sollen vollkommen werden ; dafür bürgtuns der hohe Werth des Menschen. Wie verkündigen diesenalle Arbeiten, alle Gewerbe, alle Künste und Wissenschaften!Wie ersehnt und sammelt der Mensch Kenntnisse und Einsich-ten, die über seine irdischen Bedürfnisse hoch hinaus gehen!Wie schwingt sich der Geist über das Fehlbare und Sinnlicheempor in das Gebieth der Gedanken, und lebt und webt darin,wie in seiner Heimarh. Wie ist ihm die Erde nicht genug; wiesteigt er zu Sonnen und Monden und Sternen, wie steigter von Welten zu Wellen, und ahnet in ihnen eben so wohlStoff zu steten Beschäftigungen, als einstige Wohnplätze! Wirwerden nicht vergehen!