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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Nicht umsonst lechzt in uns der Durst nach Leben und Fort-dauer, und reinerer Einsicht und reinerer Tugend. Dieser Durstist über blöde, sinnliche Triebe erhöht, er verstärkt sich mitden edelsten Kräften so gleichmäßig, daß mit den Fortschrittenin der Ausbildung die Sehnsucht nach Unsterblichkeit immer hei-ßer, immer glühender wird. Unsere vernünftigsten, lautersten,erhebendsten Wünsche und Hoffnungen werden ja nicht getäuschtwerden. Nein, wir vergehen nicht! Wir schmachten nach Über-einstimmung , nach Befriedigung und Harmonie. Und diesedürfen wir erwarten. Wenn wir sie auch hiernieden nicht ganzund vollständig genießen können, so erweist doch wieder dieErfahrung in dem süßen Lohne, den schon hier die Tugend mei-stens findet, daß wir nicht geschaffen sind, bloß aufzustceben,um zurück zu sinken, zu kämpfen und zu erliegen; sie läßt inihrem milden Frieden in voraus empfinden, wie uns seynwird, wenn Liesen Frieden kein Streit, kein Sturm von außenher mehr stört. Jedes Wehe, auch das schmerzlichste, jede Pein,auch dis quälendste, ist nun Wohlrhat, jedes Leiden ist ja nunErziehungsmittel. Selbst die niederschlagendsten, die sittllchenÜbel, selbst Laster und Verbrechen können uns nun in unsernwichtigen Überzeugungen nicht mehr verwirren. Sie sind be-jammernswürdige Mißgriffe der irdischen Zöglinge, Mißbräuchevon Kräften, deren Folgen in's Unendliche hier bemerkbar blei-ben müssen; aber die Verirrten können ihre Kräfte besser ge-brauchen lernen, die, welche der menschlichen Erziehung nichtgelingen wollten, welche die Gesellschaft von sich ausstieß, kön-nen in deinen Armen, unaussprechliche. Gnade, können deinerErziehung, Allerziehender, noch einst gerathen!

Wir sind unsterblich und alles, alles ist in Harmonie,und das Herz mit seinen innigsten, theuersten, seligsten Ge-fühlen entzückt sich im Genüsse dieser Harmonie. Freund-schaft und Zärtlichkeit sind nun keine verfliegenden Wallungen,wie die des erhitzten Blutes; ihre Verbindungen sind auf dieEwigkeit berechnet. Wir geben und nehmen nicht Liebe, umeinst an den Siegen der Geliebten zu verzweifeln, und die Hände