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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Kranze jugendlich grünender Bäume. Überhaupt ist gemein-schaftliches Leben das Mark der wahren Freundschaft; Aufschlußund Theilung der Herzen, innige Freude an einander, gemein-schaftliches Leid mit einander, Rath, Trost, Bemühung, Hülsefür einander sind ihre Kennzeichen, ihre Süßigkeiten und Be-lohnung. Es gibt Augenblicke der Sympathie ohne die min-deste äußere Veranlassung, die zwar die Psychologie nicht er-klärt, aber die Erfahrung lehrt und bekräftig!. Es gibt Erin-nerungen abwesender Freunde an einander, die oft von derwunderbarsten, mächtigsten Art sind. Wenn überhaupt die Seeleje die geheime Kraft hätte, ohne Organ unmittelbar in eineandere Seele zu wirken, wo könnte es natürlicher sey», alsbey der Freundschaft. Diese ist reiner und also gewiß auchmächtiger, als die Liebe; wenn diese sich zur Stärke und Dauerder Ewigkeit erheben will, muß sie erst, von der groben Sinn-lichkeit geläutert, echte und wahre Freundschaft werden. Wieselten gelangt sie dahin! Sie zerstört sich selbst oder zerstörtihren Gegenstand mit durchdringenden, fressenden Flammen.Aber die Gluth der Freundschaft ist reine, erquickende Menschen-wärme. Die beyden Flammen auf Einem Altar spielen in ein-ander, heben und tragen frohlockend einander, und oft noch inder Stunde der traurigsten Scheidung schweben sie fröhlich undinnig in's Land der reinsten Vereinigung, der treuesten, un-trennbaren Freundschaft.

Am nächsten steht der Freundschaft die Älternzärtlichkeit,die väterliche und mütterliche Liebe. Sie ist göttlich; denn sieist uneigennützig und sehr oft ohne Dank. Sie ist himmlisch;denn sie kann sich auch in Viele zertheilen und bleibt immerganz, immer ungetheilt und neidlos. Endlich ist sie auch ewigund unendlich; denn sie überwindet Liebe und Tod.

Zu wem kann ich von der zärtlichen, göttlichen, ewigenÄlternzärtlichkeit hinauf steigen, als zu Dir, zärtlichster, höch-ster Vater! Meine Sprache hat keine Worte, die Empfindungzu nennen, mit der du dich in jedes Geschöpf, in jede Nerveund Winkel eines schlagenden Herzens setztest und jedem dersel-