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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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aus als Geselligkeit, die lange noch nicht Freundschaft ist. Eingeselliger Mensch ist leicht - und wohlgestimmt; er stimmt sichselbst leicht zu jeder Gesellschaft, und so stimmt sich auch dieseleicht zu ihm. Er drückt niemand mit seinem Daseyn, er ver-engt keinen, und so ist jedermann gern um ihn; man ist auchauf einen gewissen Grad mit ihm vertraut, weil man fühlt,der Mensch habe nichts ArgeS. Charaktere der Art sind zumtäglichen Umgänge gut; aber Freundschaft welch ein andersheiliges Band ist diese! Herzen und Hände knüpft sie zu Einemgemeinschaftlichen Zwecke zusammen, und wo dieser Zweck au-genscheinlich, wo er fortwährend, anstrengend, selbst unter oderhinter Gefahren vorliegt: da ist das Band der Freundschaftoft so genau, fest und herzlich, daß nichts als der Tod es zutrennen vermochte. Der Phalanx griechischer Freunde im Kriege,die Alle wie Einer siegten oder starben; jene Hellen Zwillings-gestirne der Freundschaft, die unter allen Nationen, Hebräern,und Griechen und Wilden, aus der Nacht der Zeiten hervorglänzen, und dem menschlichen Herzen so wohl thun, wodurchwaren sie Freunde? Gemeinschaftlicher Zweck verband sie; Ge-fahr zog den Knoten zusammen; erprobte Treue, fortgehenderwachsender Eifer, glorreiche Mühe, gemeinschaftlicher Genußder Mühe, Noth und Tod endlich machten den Knoren unauf-löslich. Wie wahr ist's, was jener Freund von seinem Freundesingt:Deine Liebe war mir mehr als Frauen-liebe!" Die Schöpfung kennt nichts Edlers, als zwey frey-willig und unauflöslich zusammen geschlungene Hände, zweyfreywillig Eins gewordene Herzen und Leben.

Auch Ehe soll Freundschaft seyn, und wehe, wo sie's nichtist, wo sie nur Liebe seyn sollte! Es ist einem edlen Weibe süß,auch um ihres Mannes willen zu leiden, geschweige sich mit ihmzu freuen, und er sich in ihr, sie sich in ihm wirksam, fröhlich,geschätzt und glücklich zu fühlen. Die gemeinschaftliche Erziehungder Kinder ist der schöne leitende Zweck ihrer Freundschaft, dernoch im grauen Alter Beyde süß belohnt. Als zwey verschlun-gene Bäume stehen sie da, und werden dastehcn, umringt vom