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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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trennlich verbunden, daß aus beyden zusammen genommen, eineigenes System von Kenntnissen erwachst, welches das philo-logische heißt und zu beyden ein gemeinschaftliches Talent er-fordert wird, welches man das kritische nennen könnte.

So trocken und freudenleer das bloße Sprachstudium zu seynscheint, und so viel es von jeher beygetragen hat, die Wissen-schaften der jugendlichen Lebhaftigkeit unangenehm zu machen,so ist es doch sicher, daß, wenn die ersten Schwierigkeiten über-wunden sind, und der Verstand sich damit zu beschäftigen an-sängt, es schon dadurch etwas Anziehendes bekommt, daß esuns die menschlichen Ideen unter einer Mannigfaltigkeit vonFormen darstellt, und zum Theil unter kürzer», anmuthigern,ausdrucksvoller» Formen, als es die in unserer Muttersprache sind.

Überdieß, so wie die Schwierigkeit und Verwickelung, dieder Anfänger in den geometrischen Beweisen und in der alge-braischen Rechnungsart findet, ihm, wenn er in beyden weitergekommen ist, desto mehr Vergnügen zubereitet, weil er dannjene Schwierigkeiten überwunden und diese Verwickelung auf-gelös't sieht: so gibt auch die Erlernung der alten Sprachen,und die Erklärung der alten Schriftsteller die oft nur durcheine Art von Dechiffrir-Kunst möglich ist dem Humanisten ineinem vorzüglichen Grade diejenige Geisteslust, welche in derAuffindung verborgener oder in der allmähligen Aufstellungdunkler Gegenstände besteht. Daher kommt es vielleichtauch,daß wir den Inhalt und den Geist dieser Schriften, die Ge-danken selbst sowohl als die Kunst des Vortrags in ihnen, et-was über ihren wahren Werth zu schätzen geneigt sind. Wahr-heiten, die uns in den Werken unserer Zeitgenossen und unsererLandsleute gleichgültig lassen, weil sie uns zu geläufig gewor-den sind, und wir sie zu leicht übersehen, erregen bey uns Auf-merksamkeit und Theilnahme, wenn wir sie bey einem Griechenund Römer, bekleidet mit einem uns so fremden Ausdruckewieder finden, daß eine neue Anstrengung nöthig ist, ihrenSin», oder ihre Gründe einzusehen. Aber eben dieser Umstand,ob er gleich zu Vorurtheilen und einer solchen Schätzung desPhilosoph. Astheil. VI. Va»r. Z