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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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an der Tugend zu verzweifeln/ oder mich ihr Opfer gereuenzu lassen. — Meine Wohlchaten werden mit Undank vergol-ten; meine besten Absichten werden verleumdet; das ist keinÜbel für mich/ das ist nur ein Übel für den Undankbaren undden Verleumder. Ich werde mich daher auch nicht durch Un-dank und Verleumdung abhalcen lassen, recht zu thun, und,wo ich kann, nützlich zu seyn. Denn da ich keine Vergeltungverlange, die nicht in meiner Macht steht, und keine Folgenscheue, die ich nicht hindern kann: so kann mir der einzigeLohn, den ich wünsche, von niemand vorenthalten werden, die-ser Lohn, über den keine menschliche Gewalt etwas vermag,weil er in der Beschaffenheit meiner Seele besteht, die durchjede Handlung der Wohlrhätigkeit verbessert und veredelt wird,so wie in dem daraus entspringenden Bewußtseyn meines Wer-thes, in dem durch kein anders zu ersetzendes Vergnügen derSelbstachtung, der Beruhigung und Selbstzufriedenheit.

So befinde ich mich auf einer erhabenen Zinne, von derich einen weiten Horizont übersehen kann. So kann ich demunaufhörlichen Kampfe der Elemente, woraus in dem grobemDunstkreise der Sinnenwelt zu meinen Füßen, bald Segen,bald Zerstörung strömt, sicher und unbeschädigt zusehen; ichbin gewiß, daß den Sonnenschein meines Seelenglückes in die-ser Hohe keine gewaltsame Revolution erreichen kann.

Von diesem erhabenen Staubpuncre sieht dann auch meinGeistesauge über mir den unbegrenzten Inbegriff aller geisti-gen Vollkommenheit, den heiligsten, unabhängigsten, seligstenGeist, dessen schwaches Nachbild ich in meiner Seele finde. Nurin diesem schwachen Nachbilde kann ich die zerstreuten, sich indie Unendlichkeit verlierenden Schaltenzüge des über Alles er-habenen Wesens finden, die mein endlicher Verstand sich nichtzu vollständig auszumahlen wagen darf, ohne Gefahr zu lau-fen, der Zeichnung Gränzen zu geben, wodurch sie dem Bildemeiner eigenen Endlichkeit ähnlich wird. Da ich indeß mit mei-ner Erkenntniß von diesem höchsten Geiste bey dem Bilde an-hebe, das er von sich in meinem Innern abgedrückt hat, so