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sich durch die Spiele des Zufalls in den einzelnen Momentenvon ihrem Hauptgegenstande nicht ablenken läßt: so unterschei-det sich auch in den Künsten der edle und männliche Geschmackdadurch von dem kleinlichen und kindischen/ daß er nichts dul-det/ wodurch die Einbildungskraft zu unnützen Spielen verlei-tet/ und die Aufmerksamkeit der Seele von dem Hauptgegen-stande abgelenkt wird.
Zwar spielt die Kunst immer/ aber selbst mit dem Spielemuß doch ein gewisser Grad von Ernst und Aufmerksamkeit ver-knüpft seyn / wenn es nicht langweilig und abgeschmackt wer-den soll; wo nun dieser Ernst und die Aufmerksamkeit ganzmangelt/ da fällt das Spiel selbst wieder ins Kindische/ unddieß heißt dann nach Leffing's Ausspruch:
„mit dem Spiele spielen."
Sobald man sich dieß erlaubt/ wird freylich die Mannig-faltigkeit gränzenlos / aber eben deßwegen wird sie auch lang-weilig und fade werden/ weil sie keinen Vereinigungspuncrmehr hat, woran man das Einzelne knüpfen könnte/ und wo-durch die Vergleichungskraft unserer Seele beschäftigt würde.
Daher ist nichts langweiliger und tödtender für den Geist/als bloße Abwechslung und bloße Mannigfaltigkeit ohne Planund Zweck. Wo diese herrschend ist, da erliegt das Empor-streben der Denkkraft/ und jede edle und große Empfindungunter dem Drucke einer Menge von Kleinigkeiten/ die alle zu-sammen genommen nicht der Mühe des Denkens werth sind.
Indem wir uns nun an die Alten schließen/ so heben wiruns auch zu ihrer männlichen Denkart wieder empor; denn siewaren Künstler mit der Einbildungskraft und mit dem Ver-stände zugleich; diejenigen/ welche von ihnen abwichen/ wa-ren bloß Künstler mit der Einbildungskraft: es war ihnengleichsam zu lästig/ den Flug der Einbildungskraft immer wie-der zurück zu rufen; sie ließen sich durch ihren Gegenstand sel-ber, mir einer Art von Vergnügen / in Labyrinthe verleiten/statt daß sie Härten wünschen solle»/ desselben immer Meisterzu sey»/ und ihn in ihrer Gewalt zu haben. Ihre Zusammen-