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Augenblicke der Ermattung, wo die Geisteskräfte sinken undder Faden der Untersuchung abreißt: gleich sind sinnliche Ge-genstände bey der Hand, welche, auch unabhängig vom Nach-denken, vergnügen können,— Gegenstände, welche den Geist,ohne ihn zu zerstreuen, absvannen, die Lebensgeister erfrischen,und den Menschen, nach einigen Augenblicken der Ruhe, ge-stärkt wieder an seine Arbeit gehen lassen.
Das Landleben wird wenigen Menschen lange gefallen,wenn sie nicht entweder das Land selbst, welches sie bewohnen,oder an dessen Stelle das Feld der Wissenschaft und der Lite-ratur anbauen. Aus der andern Seite wird Einsamkeit undStudiren selbst dem, welcher fick, unabhängig von andern Men-schen , zu vergnügen und zu beschäftigen am besten versteht,weit eher lästig, wenn er in die Mauern einer Stadt einge-schloffen ist.
Natur und Wissenschaft sind für einander gemacht. Jenestellt den Menschen die äußern Gestalten, und die sichtbarenAbwechselungen der Dinge vor Augen, deren innere Naturund Triebfedern diese untersucht. In dem vereinigten Genüssevon beyden kann er es, ohne andere Geschäfte oder Vergnü-gungen zu bedürfen, am längsten aushalten. Und hat er nurEinen Freund bey sich, welcher den Geschmack an der Naturund die Liebe zur Wissenschaft mit ihm gemein hat; ist es ihmin seiner Lage nur noch möglich, einigen Personen wohl zu thun,und Andern Dienste zu leisten: o dann kann er bey dieser länd-lichen Muße so thätig und so glücklich seyn, als die eingeschränkteNatur des Menschen cs nur immer erlaubt.
Über Einfachheit und Klarheit.
Vom Hofcath Moritz.
Wo nur irgend, nach der langwierigen Barbarey, denWissenschaften ein neues Licht angezündet ist, und die Kunstihr Haupt empor gehoben hat, da hat man sich, statt neueVerzierungen auszudrücken, der edeln Einfalt der Griechenund Römer wieder zu nähern gesucht.