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bürger machten den Gegenstand ihrer Achtung und ihrer Unter-stützung aus. Jene thätige Liebe, die das ganze Menschenge-schlecht umfaßt, blieb dem großen Theile beyder Nationen fastimmer unbekannt. Daher war auch den Griechen die ganzeübrige Welt, außer Hellas, eine barbarische Wüste, und alleübrigen Völker, außer den Hellenen, wurden von ihnen Bar-baren genannt, und als solche verachtet. Eben so wurde beyden Römern nur der römische Bürger geehrt. Fast die ganzeWelt lag zu ihren Füßen; die Völker, dis sie nicht bezwingenkonnten, wurden als Barbaren, die sie bezwungen hatten, alsgedemüthigte Sclaven angesehen, und beyde verachtet. ImGefühl ihrer überlegenen Macht glaubten sie alles thun zu dür-fen, und es fiel den Meisten von ihnen wohl nie ein, an disallgemeinen Menschenrechte zu denken, die in vielen unsererStaaten immer mehr anerkannt werden.
Parallele zwischen Livius und Tacitus.
Nach Thomas Hunter, von Kotzcbue-
Livius hatte es sich zur Pflicht gemacht, nichts Fremdarti-ges in die römische Geschichte aufzunehmen. Tacitus gefiel sichin Seitensprüngen, unterbrach seine Erzählung oft durch Be-schreibung fremder Länder und entfernter Händel. Wenn Li-vius Sitten und Gewohnheiten deS Alterrhums berührt, so ge-schieht es nicht, um seine Zeitgenossen herab zu würdigen, son-dern um sie zu bessern; Tacitus hingegen, von übler Launebesessen, schüttet seine Galle über alles aus. Livius wollte derNachwelt ein classisches, unterrichtendes Werk hinterlaffe»;Tacitus bloß eine Satyre auf sein Zeitalter machen. SeinStyl ist gedrängt und stechend, der des Livius voll und erha-ben. Die Metaphern des Tacitus sind bloß witzige Einfälle,bisweilen sogar für Poesie zu stark; Livius macht keine Wasser-fälle; sein Strom fließt majestätisch dahin. Tacitus stellt soviele Personen auf die Bühne, daß sie oft ihn selbst verwir-ren. Livius häuft die Personen nicht, man überschaut ein kla-